„Die Folgen des Klimawandels für Rheinland-Pfalz“
Mainz 08. Februar 2010
Enquete-Kommission „Klimawandel“ / Klimaschutzpolitik
„Auch wenn Herr Weiner selbst nicht Mitglied der Enquete-Kommission ‚Klimawandel’ gewesen ist, freut es mich, dass er sich zwischenzeitlich mit dem Thema beschäftigt und wohl auch einen Blick in den Abschlussbericht der Kommission geworfen hat. Allzu intensiv dürfte diese Lektüre aber nicht ausgefallen sein. Denn wer sich mit dem Abschlussbericht beschäftigt - wohlgemerkt nicht nur mit dem eigenen CDU-Minderheitenvotum -, kommt zu dem Ergebnis, dass Rheinland-Pfalz in der Bewältigung der absehbaren Folgen des Klimawandels gut aufgestellt ist. Das bestätigten auch Expertinnen und Experten, die im Rahmen der Enquete zu diversen Themen Stellung genommen haben“, so der Obmann der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission „Klimawandel“, Alfons Maximini.
„Tatsache ist auch, dass viele Handlungsempfehlungen der Kommission von der Landesregierung aufgenommen und im Rahmen ihrer klimaschutzpolitischen Ziele umgesetzt werden. Beispielhaft zu nennen ist hier das ‚KlimLand RP’-Projekt, wo in Zusammenarbeit mit dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung die Herausforderungen des Klima- und Landschaftswandels in Rheinland-Pfalz (KlimLandRP) angegangen werden. Vorhalten muss man der CDU wohl auch die Unkenntnis oder das Ignorieren der Existenz des durch Umweltministerin Margit Conrad vorgelegten ‚Klimaberichts für Rheinland-Pfalz’, in dem die Klimaveränderungen beschrieben und Anpassungskonzepte dargestellt werden“, betont Maximini.
Maximini: „Vor diesem Hintergrund ist der vorliegende Antrag der CDU mit dessen Forderungen zu bewerten. Der CDU-Antrag entlarvt sich als eine recycelte Zusammenstellung altbekannter und durch die Enquete-Kommission ‚Klimawandel’ teils widerlegter Forderungen, wie sie von der CDU schon vor der ersten Sitzung der Enquete feststanden.“
Mainz 15. Dezember 2009
Ministerin Margit Conrad: „Klimagerechtigkeit ist die große Herausforderung in Kopenhagen“
In Kopenhagen wird weltweiter Interessenausgleich verhandelt: Folgen des Klimawandels so zu begrenzen, dass die Lebensgrundlagen erhalten und wirtschaftliche Entwicklung im Klimawandel für Industriestaaten und Entwicklungsländer möglich bleiben. „Die Konferenz in Kopenhagen ist geprägt von großen Unterschieden, aber auch von der Bereitschaft vieler Staaten auf beiden Seiten, aufeinander zuzugehen. Dazu gibt es auch keine Alternative“, stellt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad fest, die als Mitglied der deutschen Delegation am Weltklimagipfel in Kopenhagen teilnimmt. „Für Tausende Beobachterinnen und Beobachter geht es bei dieser bisher größten Klimakonferenz um nicht weniger als ,KlimagerechtigkeitŽ. Diesen Anspruch gilt es einzulösen.“
Zur zweiten und entscheidenden Konferenzwoche sei es deshalb wenig verständlich, so Conrad, wenn in Deutschland von wenigen Vertretern u.a. der Energiewirtschaft Angstszenarien verbreitet würden. Es werde versucht die Bedeutung von Emissionsminderung, der erneuerbaren Energien sowie von innovativer Technologie für den Klimaschutz und die Beherrschung des Klimawandels zu konterkarieren. „Die Inszenierung eines der großen Energieversorger, anspruchsvolle Klimaziele führten zu Arbeitsplatz- und Wohlstandsverlusten, widerspricht allen Erkenntnissen. Wenn im letzten Jahrzehnt in einem Bereich neue zukunftsfähige Arbeitsplätze entstanden sind, dann im Sektor der Erneuerbaren Energien und der Effizienztechnologien“, so Conrad. Eine im Auftrag der RWE AG erstellte Prognos Studie zu „Auswirkungen von verschärften Klimaschutzzielen auf Wirtschaftsstruktur sowie Wachstum und Beschäftigung in Deutschland und in der EU“ wurde jetzt veröffentlicht.
Die Initiative des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) „Unternehmen für den Klimaschutz“ stellt im Gegensaz zur Prognos-Studie fest: „Klimaschutz ist ein Treiber für ökonomisches Wachstum für lange Zeit und hilft deshalb, Arbeitsplätze zu sichern. Deutsche Unternehmen haben hierfür innovative und kosteneffiziente Lösungen mit beachtlichem Umsatzpotenzial auf den Exportmärkten.“ Insgesamt hat sich der BDI für ein verbindliches Post-Kyoto-Abkommen ausgesprochen, denn die deutsche Industrie profitiert davon und sie braucht weltweit faire Wettbewerbsbedingungen.
Conrad: „Klimaschutz reduziert Kosten, spart Roh- und Brennstoffe, macht wettbewerbsfähiger. Dies ist die sachgerechte Botschaft aus Kopenhagen für die Bürgerinnen und Bürger.“
Mainz 11. Dezember 2009
Ministerin Conrad: „Klimaschutz mit den Menschen umsetzen“ - Pilotprojekt für Energiegenossenschaften startet 2010
Ein Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz qualifiziert ab März 2010 Projektentwickler/-innen für Energiegenossenschaften. Sie sollen eine nachhaltige Energiewirtschaft in der Region unterstützen.
Im März 2010 startet in Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Energiewende jetzt“ ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt zur Qualifizierung von Projektentwickler/-innen für Energiegenossenschaften. In einer viermonatigen Weiterbildung werden die Teilnehmenden die Kompetenzen erwerben, um lokale und regionale Energiegenossenschaften mit zu initiieren und bei ihrer Gründung zu unterstützen. In der Region verwurzelte Fachleute sollen so die Energiewende in der Region befördern.
„Die Energieversorgung der Zukunft wird dezentral sein“, sagt die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Margit Conrad. „Dazu brauchen wir engagierte Bürgerinnen und Bürger, die den Klimaschutz vor Ort in die Hand nehmen und nachhaltige, regionale Energiekonzepte auf den Weg bringen.“
Förderer und Unterstützer des Pilotprojektes sind die Landeszentrale für Umweltaufklärung und das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz, die Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und der Pfalz, GenoPortal, das Kompetenzzentrum für Genossenschaftsgründungen des Genossenschaftsverbandes e.V., der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. sowie die Leitstelle Bürgergesellschaft und Ehrenamt der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz. Träger der Qualifizierung sind die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE), die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft der Pfälzischen Landeskirche sowie die innova eG, die sich seit vielen Jahren für genossenschaftliche Neugründungen engagiert.
Nachhaltige Energiewirtschaft in Bürgerhand
Energiegenossenschaften sind nach Meinung der Initiatoren des Projektes die geeignete Form, in der Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam die lokale und regionale Energiezukunft gestalten und so „Bürgerkraftwerke“ realisieren. Sie investieren in erneuerbare Energien und setzen eine klimafreundliche Energiewirtschaft um. Damit fördern sie auch Innovationen und Beschäftigung in der Region.
„Die Verantwortung vor unseren Nachkommen verpflichtet uns zum nachhaltigen Handeln gegenüber der uns anvertrauten Schöpfung“, sagt der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad. „Mit Energiegenossenschaften setzen Menschen exemplarisch handelnd Zeichen, sie praktizieren die Bewahrung der Schöpfung.“ Der Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau Dr. Volker Jung begrüßt das Pilotprojekt und sagt: “Es verbindet die Bewusstseinsbildung für die Bewahrung der Schöpfung mit dem praktischen Engagement für Erneuerbare Energien und deren Verbreitung“.
Initiativ für die Energiewende
Für die Gründung einer Energiegenossenschaft ist ein schlüssiges wirtschaftliches, technisches, ökologisches und soziales Konzept nötig. Dabei sollen die zukünftigen Projektentwickler/-innen unterstützen. Sie betreuen die Genossenschaftsmitglieder in der Ausarbeitung der Geschäftsidee, der Ausgestaltung der Rechtsform, beim Erstellen des Wirtschaftsplanes sowie der Finanzierung. „Projektentwickler/-innen für Energiegenossenschaften sind von der Genossenschaftsidee überzeugt. Sie arbeiten engagiert, fachlich kompetent und bringen als Promotor/-innen Energiegenossenschaften auf den Weg“, betont Dr. Burghard Flieger, Studienleiter dieser Weiterbildung und Vorstand der innova eG.
Das Pilotprojekt richtet sich an engagierte Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder von Agenda-21-Gruppen, Umweltbeauftragte der Kirchen, an Energieberater sowie Betriebe im Bereich Heizung, Solartechnik und erneuerbare Energien. Eine weitere Zielgruppe sind kirchliche Einrichtungen und Kommunen, die ihren Energiebedarf ethisch verantwortbar und nachhaltig realisieren wollen und dafür qualifizierte und überzeugende Menschen brauchen.
Die viermonatige Weiterbildung ist als Kombination aus mehrtägigen Seminaren und internetgestütztem Lernen konzipiert, jeder Teilnehmer erarbeitet ein konkretes Projekt. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase planen die Initiatoren, die Qualifizierung bundesweit anzubieten.
Informationen und Anmeldung:
Ev. Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft
Kronstraße 40, 76829 Landau
Tel.: 06341-9858-16, Fax: 06341-9858-25
info@energiegenossenschaften-gruenden.de
[ www.energiegenossenschaften-gruenden.de]
Mainz 10. Dezember 2009
Für ein faires, ambitioniertes und verbindliches Klimaabkommen
Die SPD-Landtagsfraktion hat heute einen Entschließungsantrag eingereicht, in dem die enorme Bedeutung der Klimakonferenz vom 7. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen betont und auf die konkreten Zusammenhänge mit einem entschlossenen Handeln vor Ort hingewiesen wird. „Das Kopenhagener Klimaabkommen ist von epochaler Bedeutung für das Weltklima. Nur auf globaler Ebene kann es gelingen, die weltweite Erwärmung zu verringern und die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzumildern. Dies haben auch die Beratungen der Enquete-Kommission ‚Klimawandel’ des Landtags gezeigt“, so Alfons Maximini, Obmann der SPD-Landtagsfraktion bei der Enquete-Kommission „Klimawandel“.
„Trotz des komplexen Themas und der vielen Zusammenhänge wollen wir aufzeigen, dass nur dann dem Klimawandel Einhalt geboten werden kann, wenn sich alle Regionen der Erde als Teil des Ganzen sehen. Dabei gilt, dass bei Verhandlung des Kopenhagener Klimaabkommens über allem der Grundsatz gemeinsamer, aber unterschiedlicher Verantwortlichkeiten und Fähigkeiten stehen soll. Auch wenn Rheinland-Pfalz nur einen relativ geringen Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen trägt, ist es ein zentrales Ziel unserer Klimaschutzpolitik, rheinland-pfälzisches Know-how und Technologie im Bereich der erneuerbaren Energien zu fördern und dem Weltmarkt zur Verfügung zu stellen. In Rheinland-Pfalz gibt es eine Vielzahl von Initiativen, Projekten und Forschungsaktivitäten mit denen aus unserer Region ein wichtiger Beitrag an dem Ziel der weltweiten CO2-Einsparung geleistet wird.“
Maximini: „In Kopenhagen müssen klare Zeichen gesetzt und konkrete, absolute und sanktionsbewährte CO2-Reduktionsverpflichtungen für die Industrieländer vereinbart werden. Um den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zu gefährden, muss es auch beim Ausstieg aus der Risikotechnologie Atomkraft bleiben. Den ärmsten Entwicklungsländern müssen konkrete Finanzierungsangebote für die notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen gemacht werden. Die erneuerbare Energie und deren Ausbau ist für die Weltgemeinschaft der Schlüssel zu sicheren und fairen Arbeitsplätzen in der Zukunft sowie für Frieden, Wohlstand und Stabilität.“
Der Wortlaut des Antrags kann auf [ www.spdfraktion-rlp.de]
Mainz 07. Dezember 2009
Umweltministerin Margit Conrad ist bei Weltklimakonferenz Mitglied der deutschen Delegation: „Wir haben keinen 2. Planeten“
Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad ist bei der Weltklimakonferenz Kopenhagen (7.-18. Dezember 2009) Mitglied der deutschen Delegation als Vertreterin der Bundesländer und nimmt am High-level segment [ab 16.12.] teil.
„Ich fahre mit verhaltenem Optimismus nach Kopenhagen. Ich will mir nicht vorstellen, dass die Staatengemeinschaft weiter so handelt als gäbe es einen zweiten Planeten. Die große Zahl der Regierungschefs und die Tatsache, dass Präsident Obama zum Abschluss des Klimagipfels anreist, macht Hoffnung, dass es dann doch ein Ergebnis gibt. Die Chance, die die Weltklimakonferenz bietet, darf nicht ungenutzt verstreichen, wenn der Klimawandel beherrschbar bleiben soll. Wir sind die letzte Generation, die handeln kann.“
Die deutsche Delegation wird von Bundesumweltminister Norbert Röttgen geleitet. Ministerin Conrad hat an mehreren der großen Konferenzen zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz, darunter in Bali und Johannesburg, teilgenommen.
Ab heute beraten in Kopenhagen die Delegierten von über 190 Staaten über die Fortsetzung des Kyoto-Protokolls; die internationale Vereinbarung endet 2012. Diskutiert werden künftige Maßnahmen für den weltweiten Klimaschutz.
Mainz 16. November 2009
Empfehlungen der Enquete-Kommission werden umgesetzt - „Klima-Kompetenzzentrum“ nimmt Formen an
„Eine unserer wichtigsten Empfehlungen in der Arbeit der Enquete-Kommission „Klimawandel“ war es, die landesweit in den verschiedensten Institutionen entwickelten Aktivitäten zur Erforschung des Klimawandels in einem Kompetenzzentrum zusammenzuführen. Ein rheinland-pfälzisches „Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen“ soll Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei Entscheidungen beratend zur Seite stehen und selbst Forschungsaktivitäten anstoßen. Wie von der SPD-Landtagsfraktion vorgeschlagen, wird nun an der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt mit dem Aufbau einer entsprechenden Geschäftsstelle begonnen. Zurzeit ist eine Projektgruppe damit beschäftigt, eine Netzwerkstruktur unter Einbeziehung sämtlicher relevanter Institutionen aufzubauen. Damit sind wichtige Schritte zur konkreten Umsetzung unserer zentralsten Handlungsempfehlung gemacht und das Klima-Kompetenzzentrum nimmt so mehr und mehr Gestalt an.“, so Alfons Maximini, Obmann der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission „Klimawandel“.
Maximini:„Anders als die CDU, bei der sich das Interesse und die Aktivität im Bereich Klimawandel nach Abschluss der Enquete-Kommission auf Null verflüchtigt haben, bleiben wir an diesem wichtigen Politikfeld dran. Auch wenn die Folgen des Klimawandels aus dem Fokus der Medien –und damit offensichtlich auch aus dem Interesse der CDU- verschwunden sind, so ist der Klimawandel dennoch Tatsache. Wir alle können und müssen - jeder nach seinen Möglichkeiten - heute die Weichen dafür stellen, dass auch zukünftige Generationen eine gesunde Natur und gute Bedingungen vorfinden. Dieser Leitgedanke der Nachhaltigkeit war immer zentraler Bestandteil unseres sozialdemokratischen Wertekanons. Wirksame Strategien auf die Folgen des Klimawandels zu erarbeiten sind zentrale Herausforderungen für die Entwicklung von Rheinland-Pfalz und entscheidende Zukunftsthemen. Wir müssen die sich hier bietenden Chancen nutzen und deswegen ist es nur konsequent, dass wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten es sind, die diese Herausforderung mit an vorderster Stelle angehen. Die Arbeit des „Klima-Kompetenzzentrums“ in Trippstadt wird dabei einen wichtigen Anteil haben und eine große Hilfe sein“.
Mainz 24. April 2009
Wärmepumpentag 2009
Ministerin Conrad: „Die Wärmepumpe erobert den Heizungskeller“- Land fördert kommunale Infrastruktur und Pilotprojekte
Immer mehr Menschen nutzen zur Energiegewinnung Wärmepumpen. Neue Entwicklungen und praktische Umsetzung dieser Technologie sind Themen beim diesjährigen „Wärmepumpentag Rheinland-Pfalz“, den das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz zusammen mit der Transferstelle Bingen und dem Institut für geothermisches Ressourcenmanagement in Bingen heute veranstaltet.
„Die Wärmepumpe ist eine Zukunftstechnologie und die Bauherren haben dies erkannt – das zeigen die gestiegenen Absatzzahlen. Eine angepasste Anlagentechnik eröffnet zahlreiche Anwendungen, um mit der Wärmepumpe sehr effizient den Wärmebedarf, aber auch den sommerlichen Kühlbedarf in Gebäuden abzudecken“, sagte Umweltministerin Margit Conrad. Die Zahl neuer Wärmepumpen-Anlagen hat bundesweit im Jahr 2008 gegenüber 2007 um mehr als 30 Prozent von 44.633 auf 62.500 zugelegt;1998 waren gerade 4.400 Wärmepumpen verkauft worden.
„Die Nutzung der
Erdwärme gewinnt in Rheinland-Pfalz zunehmend an Bedeutung.
Wärmepumpennutzung ebnet einen vielversprechenden Weg in eine
klimafreundliche Zukunft mit bezahlbaren Energiepreisen“, sagte die
Ministerin. Sie verwies auf das zum heutigen Tag frei geschaltete neue
Informationsangebot
[ www.lgb-rlp.de
] Kern der Internetseite «Oberflächennahe Geothermie in
Rheinland-Pfalz» ist eine kostenfreie Standortanalyse zur Nutzung
oberflächennaher Erdwärme. Damit baut das Land sein Info-Angebot für
Bauherren, Planer und Bohrfirmen auch in diesem Anwendungsbereich für
erneuerbare Energien weiter aus. Das neue
Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz verpflichtet seit Anfang des Jahres
Bauherren, den Wärmebedarf neuer Gebäude anteilig mit
Regenerativenergien zu decken. Diese Verpflichtung kann bei Erfüllung
bestimmter Voraussetzungen auch mit Wärmepumpen, die Luft, Wasser oder
das Erdreich als Wärmequellen nutzen, erfüllt werden.
Umweltministerin Conrad verwies auf das Konjunkturprogramm des Landes, das in vielfacher Hinsicht auf die Nutzung regenerativer Energien ziele. Allein das Umweltministerium werde mit 20 Millionen Euro Investitionen in kommunale Infrastruktur fördern, um Energieeinsparungen, eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung und langfristige Kosteneinsparungen zu realisieren. Wärmepumpensysteme gehören zu den möglichen Fördergegenständen. Darüber hinaus seien für die energetische Sanierung von Schulen 140 Millionen Euro und für die Sanierung von Kindertagesstätten 25 Millionen Euro landesweit vorgesehen und es gebe weitere Förderansätze.
Conrad: „Vorhaben im Rahmen des „Energielands Rheinland-Pfalz“ können ebenso als unmittelbar wirkendes und zusätzliches Konjunkturprogramm gegen die Wirtschaftskrise gelten. Die Wertschöpfung wird gestärkt und die Beschäftigung wird unterstützt.“ Zur optimierten Nutzung der Wärmepumpen gelten Anforderungen wie der Betrieb mittels regenerativ gewonnenem Strom, zum Beispiel aus Solaranlagen. Das Gebäude sollte gedämmt sein, um den Energiebedarf zu minimieren. Richtige Planung und fachgerechte Installation der Wärmepumpenanlagen sind entscheidend für effizienten Einsatz.
Auch im industriellen und gewerblichen Bereich gibt es sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung von Prozessabwärme. Rheinland-Pfalz fördert Pilot- und Leuchtturmprojekte, um die Chancen der Integration von Ab- und Umweltwärme aufzuzeigen. Conrad: „Die Kraft-Wärme-Kopplung ist als Effizienztechnologie bei der Energieproduktion ein zentraler Baustein im Energiekonzept. Ziel der Landesregierung ist es, bis 2020 den KWK-Anteil auf „30 Prozent-Plus“ zu erhöhen. Deswegen haben wir die „Rheinland-pfälzische KWK-Initiative“ auf den Weg gebracht.“
Mainz 21. April 2009
Umweltministerin Conrad: „Kommunen sind beim Ausbau der erneuerbaren Energien und beim Klimaschutz strategische Partner“
Zum diesjährigen Tag der Erneuerbaren Energien am 25. April 2009 ruft Umweltministerin Margit Conrad die Kommunen im Land dazu auf, ihre Aktivitäten im Bereich Klimaschutz und Erneuerbare Energien weiter zu verstärken: „Bei der Erreichung der nationalen und globalen Klimaschutzziele kommt den Kommunen eine entscheidende Rolle zu,“ so die Ministerin. „In den Kreisen, Städten und Gemeinden wird Klimaschutz konkret vor Ort umgesetzt“. Für die Landesregierung seien deshalb die Kommunen zentrale Akteure bei der Umsetzung des integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts.
„Es ist erfreulich, dass sich immer mehr Städte, Landkreise, Verbands- und Ortsgemeinden in Rheinland-Pfalz für mehr Klimaschutz und eine nachhaltige Energieversorgung engagieren“, lobt Umweltministerin Conrad. „Viele kommunale Gebietskörperschaften haben bereits hervorragende Projekte auf die Beine gestellt, die auch landes- und bundesweit Beachtung gefunden haben. Politischer Wille und bürgerschaftliches Engagement gehen hierbei oft Hand in Hand“.
So waren beispielsweise im März die Landkreise Cochem-Zell, Bitburg-Prüm, Daun und Bernkastel-Wittlich unter den Gewinnern des vom Bundeslandwirtschaftsministeriums ausgelobten Wettbewerbs „Bioenergie-Regionen“. Ebenfalls im März wurde der Kreis Cochem-Zell von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Kommune des Monats“ ausgezeichnet; dieselbe Auszeichnung erging im Dezember an die Verbandsgemeinde Neuerburg. „Viele andere Kommunen in Rheinland-Pfalz sind ebenfalls dabei, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Steigerung der Energieeffizienz mit großem Engagement voranzutreiben; einige gehen ebenfalls mit Riesenschritten auf ‚100 Prozent regenerativ’ zu. Ich ermuntere ausdrücklich dazu, diesen Weg weiterzugehen,“ appelliert Umweltministerin Margit Conrad.
Beispiele für weitere kommunale Projekte sind u.a. der Ausbau der Photovoltaik in der „Solarstadt Kaiserslautern“ sowie der „Null-Emissions-Landkreis“ Kaiserslautern. In Trier werden Bürger auf sogenannten „Energietouren“ über energiesparendes Bauen und Sanieren informiert und die Stadt Landau betreibt den schrittweisen Anschluß ihrer kommunalen Liegenschaften an regenerativ betriebene Nahwärmenetze. Für regionale Energiekonzepte steht auch das „Donnersberger Energiekonzept (DENK)“, für regionale Energiedienstleistungskompetenz steht die gemeinsame Entwicklung der Energiedienstleistungsgesellschaft (EDG) in Rheinhessen und im Kreis Bad Kreuznach.
Kommunen und Landkreise haben auf den Gebieten Klimaschutz und erneuerbare Energien besondere Chancen und Optionen, so Conrad. Durch die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, durch die detaillierten Kenntnisse der Gegebenheiten vor Ort und die bei den Kreise, Städte und Gemeinden vorhandenen planerischen Kompetenzen seien diese in hervorragender Weise geeignet, die örtlichen und regionalen Potenziale in eigene Energie- und Klimaschutzkonzepte einzubringen.
„Stadt- und Gemeindewerke können einen besonderen Beitrag zum Ausbau einer sicheren und dezentralen Energieversorgung leisten. Maßnahmen zur Energieeinsparung und rationellen Energieverwendung tragen zur Entlastung der kommunalen Haushalte bei. Sie sorgen als lokal und regional wirkende Investitionen für Wertschöpfung und positive Beschäftigungseffekte vor Ort. Die Aktivitäten der Kommunen haben eine wichtige Vorbildfunktion für die Bürgerinnen und Bürger“, so die Ministerin.
Mainz 30. März 2009
Umweltministerin Margit Conrad: „Die dezentrale Energieversorgung braucht intelligente Netze“
„Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung braucht Investitionen in die heimischen erneuerbaren Energien und in eine intelligente Infrastruktur. Intelligente Netze und intelligente Stromzähler werden für Netzstabilität und Transparenz für die Verbraucher sorgen “ stellte Umweltministerin Margit Conrad anlässlich der Veranstaltung „Smart Grids - Eine Herausforderung für die Energieversorger und Netzbetreiber“ fest. Der vom Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. angebotene Workshop behandelte die zukünftige Vernetzung der Energieversorgung und cleveres Energiemanagement.
Conrad: „Neben Einsparung und Effizienz sind es die heimischen erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne, Geothermie, Wasserkraft und Bioenergie, die zunehmend unsere Energieversorgung absichern müssen“. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien auf mindestens 30 Prozent und die Erhöhung der verbrauchsnahen Kraft-Wärme-Kopplung auf mindestens 25 Prozent des Bruttostromverbrauchs bis 2020 finde eine Dezentralisierung der Energieerzeugung statt. Deshalb müsse die Struktur der Netze und die Netzsteuerung an die vielen dezentralen und zum Teil unregelmäßigen Einspeisungen vor allem von erneuerbaren Energiequellen angepasst werden.
„Nur über ein intelligentes Stromnetz kann eine optimierte Erzeugung mit der Nachfrage verbunden werden“, so Conrad. Die Zukunft brauche eine ganzheitliche, intelligente Organisation der modernen Stromnetze zur Steuerung, Lastverteilung, Speicherung und Erzeugung von elektrischer Energie. „Intelligente Netze optimieren Strommanagement und vermeiden teure Regelenergie Sie versetzen die Stromerzeuger und die Netzbetreiber in die Lage, Strom aus den brennstoffbasierten Energien nur dann bereitzustellen, wenn diese auch tatsächlich benötigt werden. So können ineffiziente Erzeugungsspitzen vermieden und der Anteil der brennstofffreien erneuerbaren Energien maximiert werden“. Der Bund Deutscher Industrie schätzt, dass durch die Einführung intelligenter Netze weltweit circa 2.03 Milliarden Tonnen CO2 jährlich eingespart werden könnten.
Vorrangig für die Entwicklung von Smart Grids sei die Umstellung auf intelligente Zähler und die Entwicklung variabler Tarife. „Intelligente Zähler zeigen den Verbraucherinnen und Verbrauchern, wo sie Energie sparen können“, so Conrad. Die e-Energy Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie sieht im Haushaltsbereich Einsparpotenziale von etwa 9,5 TWh pro Jahr, wenn die Verbraucher ihren tatsächlichen Energieverbrauch zeitnah einsehen könnten. Das entspricht der Jahresenergieproduktion von 1,25 Kraftwerken mit einer Leistung von 1000 MW.
Abschließend betonte die Umweltministerin: „Der Wirtschaftskrise geschuldete Energiepreissenkungen dürfen uns nicht dazu verleiten, beim begonnenen Umbau des fossilen Energiesystems hin zu einem nachhaltigen System innezuhalten. Jetzt in die Energieumstellung zu investieren, bedeutet heute Arbeitsplätze zu sichern und in Zukunft mit einer gestärkten Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt vertreten zu sein“.
Mainz 06. März 2009
Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege: „Klimaschutz als Chance für örtliche und regionale Entwicklung“
„Investitionen in energetische Modernisierung und in den Klimaschutz rechnen sich, nutzen dem regionalen Handwerk und der Wirtschaft und sichern Arbeitsplätze vor Ort“ bekräftigte Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege in ihrer Rede auf dem 13. Forum Umwelt in Ingelheim. Die Veranstaltungsreihe, die seit 1997 von der Kreisverwaltung Mainz-Bingen durchgeführt wird, beschäftigte sich diesmal mit der Frage: Energieeffizient, wirtschaftlich, umweltfreundlich – Wärme, Strom und Mobilität im Klimawandel? „Das Konjunkturpaket II wird rund 469 Millionen Euro Bundesmittel nach Rheinland-Pfalz bringen. Rund 156 Millionen Euro tragen Land und Kommunen dazu bei. Damit stehen für 2009 bis 2011 zusammen rund 625 Millionen Euro im Land zur Verfügung. Dieses Investitionsprogramm werden wir insbesondere für das Energiesparen u.a durch die energetische Sanierung nutzen“, so Kraege, „Hierbei spielen die Kommunen eine wichtige Rolle“.
Die Umweltstaatssekretärin sprach von der Sicherung der zukünftigen Energieversorgung und der Strategie der 4 E’s: Energie einsparen, Energieeffizienz steigern, erneuerbare Energien ausbauen und die Eigenversorgung im Land stärken. Eine Säule sei die Energiesparkampagne „Unser Ener“ mit ihren 26 Partnern, an der sich auch die Kreisverwaltung Mainz-Bingen aktiv beteilige. Kraege: „Ich freue mich, dass der Kreis Mainz-Bingen jetzt ein eigenes Programm zur Gebäudemodernisierung auflegen wird, das die Hauseigentümer zusätzlich zu den Förderungen des Bundes und des Landes unterstützten wird.“ Der Kreis biete auch umfassende Beratungsmöglichkeiten im Umwelt- und Energieberatungszentrum (UBEZ) in Ingelheim. Dies sei ein gutes Beispiel für zielgerichtete Umweltberatung eines Kreises.
„Die Landesregierung ist angetreten mit dem Programm Rheinland-Pfalz zum Energieeffizienzland zu machen“, so Kraege. „Im Bereich Industrie, Handel, Gewerbe, und Dienstleistungen werden wir Einsparpotenziale systematisch dokumentieren und die Betriebe zur Erschließung motivieren“. Um Effizienztechnologien voranzubringen, werden Kompetenz- und Effizienznetzwerke im Land unterstützt. Auch werde der Wissenstransfer über die Hochschulen gefördert und Leuchtturmprojekte mit innovativen Effizienztechnologien unterstützt.
Abschließend erklärte Kraege, dass es vielfältige Möglichkeiten gäbe, sich im Bereich Energieeinsparung und Klimaschutz zu engagieren. „Klimaschutz ist eine Chance, sie ist erst recht ein Baustein für die örtliche und die regionale Entwicklung, wenn es darum geht, unsere Regionen, unsere ländlichen Räume zu stärken“.
Mainz 10. Februar 2009
Umweltministerin Margit Conrad ruft Kommunen zur Beteiligung an bundesweitem Klimaschutz-Wettbewerb auf.
Umweltministerin Margit Conrad ruft die Städte, Gemeinden und Kreise in Rheinland-Pfalz auf, sich an dem Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2009“ zu beteiligen, den das Bundesumweltministerium deutschlandweit zusammen mit den Kommunalen Spitzenverbänden veranstaltet. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2009.
„Erfreulicherweise engagieren sich immer mehr Städte, Landkreise, Verbands- und Ortsgemeinden in Rheinland-Pfalz für mehr Klimaschutz und eine nachhaltige Energieversorgung. An vielen Orten wurden bereits hervorragende Projekte auf die Beine gestellt; politischer Wille ist hierbei oft gepaart mit großem bürgerschaftlichem Engagement“, so Umweltministerin Conrad.
Für den Wettbewerb bewerben können sich Kommunen oder Regionen mit vorbildlichen Projekten, Maßnahmen und Strategien, die in besonderem Maße zur Reduzierung von Treibhausgasen beigetragen haben.
Ausgezeichnet werden
· Kommunale Gebäude und Einrichtungen, die Energieeffizienz und erneuerbare Energien besonders innovativ nutzen,
· Konzepte und Strategien, die den Klimaschutz gemeinsam mit der Wirtschaft, dem Einzelhandel, Verbänden oder Bürgerinitiativen voranbringen und
· Initiativen zur Sensibilisierung und Motivation der Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz.
Die Projekte, Maßnahmen oder Strategien sollen Modell- und Vorbildfunktion besitzen und andere Kommunen zur Nachahmung anregen. Conrad: „Bei der Erreichung der nationalen und globalen Ziele zum Klimaschutz durch Reduzierung der CO2-Emissionen kommt den Kommunen und Landkreisen eine entscheidende Bedeutung zu. In den Kreisen, Städten und Gemeinden wird Klimaschutz konkret vor Ort umgesetzt“. Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den Teilnahmebedingungen gibt es unter [ www.kommunaler-klimaschutz.de ]
Mainz 20. Januar 2009
Enquete-Kommission „Klimawandel“ - Maximini (SPD) und Schellhaaß (FDP) zur heutigen Pressekonferenz der CDU: „Grob unfair, Herr Gebhart“
„Das Verhalten der CDU verstößt gegen jegliche parlamentarische Gepflogenheit. Warum gibt die CDU eine Pressekonferenz zu den Ergebnissen und Schlussfolgerungen der Enquete-Kommission ‚Klimawandel’, wenn doch die gemeinsame Arbeit an einem Abschlussbericht erst jetzt beginnt und sich die Enquete-Kommission in den nächsten Monaten noch zu mehreren inhaltlichen Beratungen trifft? Wo sonst, wenn nicht im Rahmen der dafür vorgesehenen Kommissionssitzungen, findet die inhaltliche Arbeit statt? Oder ist die CDU des Themas ‚Klimawandel’ längst überdrüssig und die um Monate verfrühte Abschlusspressekonferenz ist gleichsam eine Verabschiedung von der Arbeit in der Enquete-Kommission?“, fragen sich die Obleute der SPD- und der FDP-Landtagsfraktion, Alfons Maximini und Uta Schellhaaß.
„Gegenüber denjenigen, die sich in der Enquete-Kommission, sei es als Sachverständige, als Anzuhörende oder als Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen, für ein Gelingen und korrektes Arbeiten einsetzen, kommt diese Pressekonferenz einem Affront gleich. Enquete-Kommissionen haben bisher immer auf die größtmögliche Gemeinsamkeit der Fraktionen gesetzt und dies gilt besonders beim Thema ‚Klimawandel’. Denn hier sind die inhaltlichen Gemeinsamkeiten der Fraktionen sehr groß. Außerdem waren alle Sitzungen bisher ohnehin öffentlich“, so die beiden Landtagsabgeordneten von SPD und FDP.
Schellhaaß und Maximini: „Wir von FDP und SPD sind gespannt, ob sich die CDU an der nun anstehenden gemeinsamen Erarbeitung eines Abschlussberichts ebenfalls mit Elan einbringen wird.“
Mainz 18. Dezember 2008
Umweltministerin Conrad: „Gemeinsam für biologische Vielfalt" - Verbände unterzeichnen Biodiversitäts-Vereinbarung
„Diese gemeinsame Vereinbarung und die breite Beteiligung ist einmalig", stellt Umweltministerin Margit Conrad fest. Gemeinsam mit Vertretern von 17 anerkannten Naturschutzverbänden und Landnutzern in Rheinland-Pfalz hat sie heute eine Vereinbarung unterzeichnet zur Biodiversität in Rheinland-Pfalz unterzeichnet. Alle Beteiligten verpflichten sich, ihren Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten. „Diese Vereinbarung unterstreicht den Willen, die Biodiversität, ihre Erhaltung und Entwicklung als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe voranzutreiben", so Conrad.
Die Vereinbarung ist Ausfluss der 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, die im Mai in Bonn stattfand, und will einen Beitrag dazu leisten, deren Anliegen und Ziele in Rheinland-Pfalz umzusetzen.
Ministerin Conrad nennt die wichtigsten Handlungsfelder:
Konsequenzen aus dem Klimawandel ziehen - das heißt, ausreichend große unzerschnittene Räume und Biotopverbünde schaffen und erhalten Etablierung eines ökologischen Flächenmanagements - um die nach wie vor hohe Flächeninanspruchnahme zu reduzieren Naturschutz durch Nutzung - als dauerhafte Aufgabe begreifen und die Belange von Natur und Artenvielfalt in die Bewirtschaftung integrieren, sowohl in Forst- wie in Landwirtschaft. Das Ehrenamt im Naturschutz unterstützen und die Umweltbildung ausbauen . Die „Vereinbarung zwischen dem Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz und den anerkannten Naturschutzverbänden und Landnutzern zur Erhaltung der Biodiversität in Rheinland-Pfalz" haben folgende Verbände unterzeichnet:
BUND Rheinland-Pfalz, NABU Rheinland-Pfalz, Die Naturfreunde Landesverband Rheinland-Pfalz, Landesaktionsgemeinschaft Natur- und Umwelt Rheinland-Pfalz, POLLICIA, GNOR, Waldbesitzerverband Rheinland-Pfalz, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Forstverein Rheinland-Pfalz – Saarland, Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft, Deutscher Anglerverband Rheinland-Pfalz, Sportfischerverband Pfalz, Landesjagdverband Rheinland-Pfalz, Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz, Ökologischer Jagdverband, Landesverband Rheinland-Pfalz der Deutschen Gebirgs- und Wandervereine e.V. und Bioland.
„Wir setzen uns nachdrücklich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt als eine wesentliche Aufgabe menschlicher Daseinsvorsorge ein", stellen die Unterzeichner fest. Rheinland-Pfalz habe eine Vielfalt von Arten, Lebensräumen, Landschaften und Regionen, die es zu schützen und weiterzuentwickeln gelte. Bisherige Bemühungen um den Erhalt der Biodiversität seien in einigen Bereichen erfolgreich gewesen, in anderen nicht. „Das Naturschutzrecht setzt auf Landes-, nationaler und europäischer Ebene, sichere Standards", heißt es in dem Papier, „dies alleine reicht jedoch nicht aus, um dauerhaft Erfolg zu haben." Nach der internationalen Biodiversitätskonferenz in Bonn und den dort erzielten Fortschritten gelte es, die „Nationale Biodiversitätsstrategie" auch auf regionaler und lokaler Ebene aufzugreifen, umzusetzen und fortzuentwickeln. „Wir erklären den Willen zur Zusammenarbeit zum Schutz vor allem der für Rheinland-Pfalz charakteristischen Biodiversität. Angesichts eines globalen anhaltenden Artenrückgangs, der Bedrohung von Arten und Lebensräumen und neuartiger Herausforderungen wie dem Klimawandel wollen alle Beteiligten den Schutz der Biodiversität in Rheinland-Pfalz als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe weiter voran bringen und für zukünftige Generationen nachhaltig sichern", stellen Umweltministerin Conrad, die Verbände und Landnutzer fest.
Umweltministerin Conrad
begrüßte das Engagement: „Diese gemeinsame Erklärung setzt ein
wichtiges Zeichen zum Abschluss des Jahres der Biodiversität.
Naturschutzverbände und Landnutzer tragen mit ihrer Arbeit entscheidend
zum Schutz der Artenvielfalt bei. Dass über die gemeinsamen
Herausforderungen Einigkeit besteht, ist eine wichtige Voraussetzung,
dass wir gemeinsam auch erfolgreich sind." Conrad verwies darauf, dass
sich in Rheinland-Pfalz 120.000 Mitgliedern in den Natur- und
Umweltverbänden engagieren. „Ohne sie ist eine erfolgreiche
Biodiversitätsstrategie nicht umzusetzen", stellte sie fest.
Rheinland-Pfalz hat das ehrenamtliche Engagement der Verbände (ohne
Projekte) in den letzten 10 Jahren mit 3,35 Millionen Euro unterstützt.
Ministerin und Naturschutzverbände hatten 2008 zum Jahr der
Biodiversität ausgerufen. „Unsere Absicht war, für den Schutz der Natur
und ihre Vielfalt zu werben", so Conrad. „Es gab eine großartige
Beteiligung der Verbände, landesweit haben sie zu Veranstaltungen
eingeladen.
In vier Großveranstaltungen von landesweiter Bedeutung wurde das Thema mit unterschiedlichen Schwerpunkten beleuchtet: „Biodiversität und Forstwirtschaft" (Symposium in Johanniskreuz im Juni), „Biodiversität und Landwirtschaft" (Partnerbetrieb Naturschutz im August) sowie „Biodiversität und Wasser" (Renaturierte Nettemündung im September) und „Biodiversität und Klimawandel" in Cochem (Exkursion in der Eifel, zu den Weinbergen bei Cochem und den Ufern der Mosel im Oktober). Ministerin Margit Conrad in ihrem Resümee: „Rheinland-Pfalz hat eine große Vielfalt, die wir schützen und für nachfolgende Generationen bewahren wollen. Das Jahr der Biodiversität hat gezeigt, dass wir unsere Verantwortung für die Natur in Rheinland-Pfalz erkannt haben und mit vielen Instrumenten unsere Verpflichtungen im nationalen und internationalen Kontext erfüllen. Wir stellen uns auch den zukünftigen Herausforderungen, wie wir sie im Klimawandel und der Flächeninanspruchnahme erkennen. Nur mit integrativen Konzepten, die den Naturschutz in die Fläche tragen und alle Bürgerinnen und Bürger mitnehmen können wir den Schutz der Biodiversität auch in Zukunft sicherstellen."
Mainz 16. Dezember 2008
Staatssekretärin Kraege: „Energieeffizienz gewährleistet Wettbewerbsfähigkeit, sichert Arbeitsplätze und schont unsere Umwelt“
Zwischen 2000 und 2006 sind die Energiekosten in der Papierindustrie um etwa 86 Prozent gestiegen, in der chemischen Industrie um etwa 53 Prozent und im metallverarbeitenden Gewerbe um ca. 55 Prozent. Zur Jahresmitte 2008 beklagte die Papierindustrie eine zusätzliche Verdoppelung der Energiekosten in den letzten zwölf Monaten und eine Steigerung des Anteils der Energiekosten an den Produktionskosten branchenweit auf 12 bis 15 Prozent. Energie und Rohstoffprodukivität steigern.
Die „Energiekonferenz 2008“ greift dieses Thema auf und bietet mit dem Schwerpunkt „Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen“ Lösungsansätze. Die Konferenz veranstalten die IHK Trier sowie die Energieeffizienzoffensive Rheinland-Pfalz (EOR) mit Unterstützung des Umweltministeriums.
„Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen wird wesentlich von Energie- und Ressourceneffizienz geprägt“, stellte Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege in ihrer Rede fest und verwies auf das Beratungs-, Informations- und Förderpaket, das Umwelt- und Wirtschaftsministerium insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung stellen. „Wir unterstützen die rheinland-pfälzische Wirtschaft ressortübergreifend bei der Umstellung auf Ressourceneffizienz und mit Standort sichernden Energiekonzepten. Dies ist im Interesse der Arbeitsplätze und des Klimaschutzes gleichermaßen. Wichtigste Zielgruppe sind die kleinen und mittleren Unternehmen“, sagte die Umweltstaatssekretärin in Trier. Der „EffCheck“ untersucht u.a. die Optimierung von Materialverbrauch, auch Energie ist ein Thema. Sie kündigte an, dass die Erfolgsgeschichte des „EffChecks“, an dem bisher 20 Betriebe teilgenommen haben, fortgesetzt wird. In den Jahren 2009 und 2010 werden sich weitere 60 Unternehmen beteiligen; hierfür hat die Landesregierung 600.000 Euro vorgesehen.
In Deutschland seien die vorhandenen Energieeffizienzpotenziale bei weitem noch nicht ausgeschöpft, so Kraege. Nach aktuellen Studien können durch den Einsatz energieeffizienter Techniken bis 2020 CO2-Emissionen in Bereich von 110 bis 130 Millionen Tonnen eingespart werden – und zwar bei wirtschaftlichem Gewinn.
Eine Steigerung ist möglich durch: Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmerückgewinnung, energieeffiziente Antriebe, Strom sparende Beleuchtungseinrichtungen, Automatisierungstechnik sowie effiziente Heizungs- und Klimatisierungstechnik.
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erhöht die Energieausnutzung beträchtlich. Mit der KWK-Offensive Rheinland-Pfalz beabsichtigt das Land Technologien zur effizienten Erzeugung von Strom und Nutzwärme durch KWK verstärkt einzuführen. Herkömmliche Gas- und Ölkessel können beispielsweise durch stromerzeugende Heizungen ersetzt werden, wenn es sich rechnet. Ziel ist es, den KWK-Anteil am Bruttostromverbrauch von derzeit 17 Prozent auf mindestens 30 Prozent in Rheinland-Pfalz zu erhöhen.
Zu den zahlreichen Möglichkeiten, effizienter zu wirtschaften gehört auch die Wärmerückgewinnung, die erhebliche Einsparpotenziale bietet, ebenso der Ersatz veralteter Antriebssysteme. In der Industrie entfallen etwa zwei Drittel des Stromverbrauchs auf elektromotorisch angetriebene Maschinen mit zum Teil veraltetem Antrieb.
Durch den Einsatz von intelligenter Automatisierungstechnik, beispielsweise durch präzisere Messung und Regelung von Prozessen, lassen sich ca. 10 bis 15 Prozent Energie einsparen.
Der Sonderfonds Energieeffizienz der KfW bietet Unternehmen eine anteilige Förderung von fachkundigen, unabhängigen Energieberatungen an. Energetische Schwachstellen im Unternehmen werden analysiert und Möglichkeiten für Energie und Kosten einsparende Verbesserungen aufgezeigt. Das Sonderfonds-Programm der KfW wird bundesweit über Regionalpartner abgewickelt, um eine optimale vor-Ort-Betreuung der interessierten Unternehmen zu gewährleisten.
In Rheinland- Pfalz haben sich alle regionalen Handwerkskammern, alle Industrie- und Handelskammern sowie die RKW bereit erklärt, als Regionalpartner des Sonderfonds die Förderung von Energieeffizienzberatungen in den Unternehmen zu begleiten.
Das Effizienznetzes Rheinland-Pfalz (EffNet) unterstützt die Regionalpartner durch Fachvorträge sowie durch Stand-Präsentationen auf zahlreichen Veranstaltungen und hat eine Plattform für Kommunikation und Koordination der Aktivitäten in Rheinland-Pfalz geschaffen. [ www.effnet.rlp.de ]
Mit dem Investitionskredit im Rahmen des ERP-Energieeffizienzprogramms können kleine und mittlere Unternehmen Investitionen zur Energieeinsparung zinsgünstig finanzieren.
Mainz 28. November 2008
Konferenz: Ausbau der Energieinfrastruktur – Notwendigkeit und Akzeptanz
Conrad und Kühl: „Investitionen in die Energieinfrastruktur bringen Versor-gungssicherheit und Klimaschutz “
Die Energieversorgung - vor allem die heimische Stromerzeugung und das elektrische Netz - stehen vor erheblichen Um- und Ausbauerfordernissen: Auf der heutigen Konferenz zum Ausbau der Energieinfrastruktur waren sich Umweltministerin Margit Conrad und Wirtschafts-Staatssekretär Carsten Kühl einig, dass eine sichere, wettbewerbsfähige und klimafreundliche Energieversorgung, Effizienzpotenziale durch moderne Technik und vernetzte Dezentralität ausschöpfen müsse.
Conrad: „Die zunehmende Dezentralisierung des Energieangebots insbesondere durch die fluktuierenden erneuerbaren Energien verlangt eine daran angepasste Netzinfrastruktur und ein Energiemanagement. Wir brauchen das „intelligente Netz“. Diese technologische Entwicklung steht noch am Anfang. Sie ist für den Erfolg der Integration der erneuerbaren Energien ebenso von Bedeutung wie für Energieeffizienz und sichere Versorgung.“
Conrad sieht auch erhöhten Investitionsbedarf in Nah- und Fernwärmenetze. Sie verlangt ein Zukunftsinvestitionsprogramm für Energieinfrastruktur vom Bund. Die Landesregierung wird ab 2009 zinsgünstige Kredite für ein jährliches Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro gewähren (so der Haushaltsentwurf).
Kühl wies darauf hin, dass angesichts weiter steigender Strompreise neben der Wahrung der Versorgungssicherheit und dem dazu erforderlichen Netzausbau eine Ausweitung der Erzeugerkapazitäten dringend notwendig sei. „Unser Ziel muss es sein, durch eine gezielte Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen insbesondere auf der kommunalen Ebene, das Stromangebot auszuweiten“, sagte Kühl. Dezentrale Anlagen mit effizientem Energieträgereinsatz müssten künftig noch stärker gefördert werden. Damit werde nicht nur ein Kontrapunkt zur bislang räumlichen Diskrepanz zwischen stärkerer Stromproduktion im Norden Deutschlands und vermehrten Stromverbrauch im Süden gesetzt. Kleinere dezentrale Einheiten seien zudem leichter zu verwirklichen als Großkraftwerke. Notwendig ist aus seiner Sicht ein bundesweites Förderprogramm, das den weiteren Ausbau der dezentralen Energieerzeugung vorantreibt und aus den Versteigerungserlösen der CO2-Zertifikate finanziert werden soll.
Mainz 24. November 2008
Pilotprojekt Schulsanierungen
Umweltministerin Conrad und Bildungsstaatsekretärin Reiß: „Gutes Klima für Schulen durch anspruchsvolle Energiestandards – und es rechnet sich“
Zur Qualität einer Schule zählt immer stärker auch ihre Aufenthaltsqualität. Der Lernerfolg wird mitbestimmt von gelungener Architektur und von Wohlfühlfaktoren wie zum Beispiel angenehmer Raumtemperatur und einer guten Belüftung der Klassenräume. Für die Schulträger werden außerdem stabile Betriebskosten immer wichtiger. Bei steigenden Energiepreisen und immer knapperen fossilen Ressourcen wächst das Interesse an neuen Konzepten zur Energieeinsparung sowie zur Nutzung von erneuerbaren Energien. Schulen können und sollen einen relevanten Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung leisten.
Umweltministerin Margit Conrad hat eine Studie beauftragt, die diese Herausforderung aufgreift und beispielhaft darstellt, welches die wirtschaftlichsten Lösungen für die energetische Sanierung von Schulen sind. „Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus der Studie heißen: Anspruchsvolle Energiestandards rechnen sich. Wer nach den Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung saniert, verliert langfristig Geld“, stellten Umweltministerin Conrad und Vera Reiß, Staatssekretärin im Bildungsministerium, heute fest. „Die Zukunft gehört den gut gedämmten Schulen, den Schulen mit regulierter Belüftung und mit Photovoltaik auf dem Dach. Wie bei den Wohngebäuden auch, bietet die energetische Sanierung, die auf heimische Energien, moderne Technologien und anspruchsvolle Standards setzt, große Chancen: Schüler und Lehrer profitieren nachhaltig von der Verbesserung des Raumklimas, die Konzentrationsfähigkeit wird gesteigert und die Umwelt gewinnt, weil Energie gespart und Klimagase reduziert werden.“
Anstehende Schulsanierungen nutzen
Ziel der Landesregierung ist es, anstehende Sanierungen zu nutzen, um
·
optimale Aufenthaltsqualitäten in Schulen zu entwickeln und so die
Leistungsfähigkeit und damit den Lehr- und Lernerfolg zu steigern,
· gleichzeitig die Betriebskosten über Energieeinsparung zu senken
· sowie über Solarstromerzeugung („Dächer und Fassaden als Kraftwerk“) Einnahmen zu erhalten (Dachverpachtung) und
·
damit über Energieeinsparung und Solarisierung zusätzlich Klimaschutz,
Luftreinhaltung und Ressourcenschonung umzusetzen. Die Schulträger in
Rheinland-Pfalz haben in den letzten Jahren mit finanzieller
Unterstützung des Landes hohe Summen in die Schulgebäude der über 1700
Schulen investiert. Der Bereich Schulen stellt nach wie vor den größten
Teil des kommunalen Hochbaus. Nichtsdestotrotz besteht weiterer
Investitionsbedarf: In Rheinland-Pfalz wurden - wie im gesamten
Bundesgebiet - in den Sechziger und Siebziger Jahren besonders viele
Schulen gebaut, für die jetzt eine Generalsanierung ansteht. Auch in
Zeiten zurückgehender Schülerzahlen sind weiterhin Um- und
Erweiterungsbaumaßnahmen erforderlich - beispielsweise auch durch die
Einführung der Ganztagsschulen. Es besteht Nachholbedarf im Bereich des
baulichen Brandschutzes, der Schadstoffbeseitigung und der Herstellung
der Barrierefreiheit.
Pilotstudie untersuchte 5 Schulen in Rheinland-Pfalz
Fünf für Rheinland-Pfalz typische Schulgebäude wurden in der Machbarkeitsstudie „Null-Heizkosten-Schulen in Rheinland-Pfalz“ untersucht:
die Schillerschule Kaiserslautern, die
Franz-von-Sickingen-Hauptschule Bad Münster am Stein, die Grundschule
Birresborn, die Erich-Kästner-Schule Ludwigshafen und die Haupt- und
Realschule Neumagen-Dhron.
Im Auftrag de Umweltministeriums
haben das Institut für Nachhaltiges Bauen und Gestalten der
Fachhochschule Kaiserslautern und die LUWOGE consult, ein
Tochterunternehmen der Wohnungsgesellschaft der BASF, die Untersuchung
vorgenommen.
Die Analyse beinhaltet verschiedene
Sanierungsvarianten und die Berechnung des zukünftigen
Heizenergiebedarfs und damit der Energiekosten - verschiedene Szenarien
bei der Preisentwicklung wurden einbezogen. Dabei wurden die
Gesamtkosten über 25 Jahre betrachtet, die bisher bei Bauentscheidungen
nicht herangezogen werden. Heute dürfen nicht mehr allein die Baukosten
entscheiden, sondern vielmehr die so genannten Lebenszyklus-Kosten, die
die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer abbilden.
Anspruchsvolle
Energiestandards rechnen sich“, fasste Prof. Wolfgang Schreiber,
Institut für Nachhaltiges Bauen und Gestalten der Fachhochschule
Kaiserslautern, das Ergebnis zusammen.
Die Ergebnisse der Studie
1. Der bessere Energiestandard ist auch der wirtschaftlichste
·
Die Sanierung, die beim Energiestandard nur die gesetzlichen
Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) erfüllt, ist bei
keiner der untersuchten Schulen die wirtschaftlichste Variante.
· Der wirtschaftlichste Energiestandard war bei allen untersuchten Schulen immer besser als der EnEV-Standard.
·
Sollten die jährlichen Energiepreissteigerungen über 5 Prozent pro Jahr
liegen – wie es über die letzten 10 Jahre der Fall war – ist die beste
energetische Sanierung immer die wirtschaftlichste. Die Sanierung auf
der Grundlage des gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards
(Energieeinsparverordnung EnEV 2007) verringert bei den untersuchten 5
Schulen den Energieverbrauch um durchschnittlich 31%. Beim energetisch
gehobenen Standard mit einer Mehrinvestition von ca. 5% werden 48%, bei
der Bestvariante mit einer Mehrinvestition von 19% 56% der Energie
eingespart, und dies jährlich.
Auf Basis der Lebenszykluskosten –
berechnet über 25 Jahre – sowie einer angenommenen Preissteigerung von
Heizöl und Erdgas von 5% pro Jahr erspart die energetische
Bestsanierung dem Schulträger gegenüber dem gesetzlichen
Mindeststandard bei der Erich Kästner Schule in Ludwigshafen 7% der im
Lebenszyklus anfallenden Kosten. Bei der Haupt- und Realschule
Neumagen-Dhron werden 13%, der Schillerschule Kaiserslautern 8% durch
die Sanierung auf den energetischen Beststandard erspart. Bei der
Grundschule Birresborn ist der gehobene Energiestandard am
wirtschaftlichsten mit einer Kosteneinsparung von 3% im Lebenszyklus,
bei der Franz von Sickingen Schule in Bad Münster am Stein liegt die
Kosteneinsparung bei ca. 6%.
2. Hohe Sanierungsqualität steigert Wohlbefinden und Raumluftqualität
·
Je besser der Energiestandard, umso höher sind die
Oberflächentemperaturen von Außenwänden und Fenstern. Je höher die
Oberflächentemperaturen, umso behaglicher fühlt man sich. Höhere
Oberflächentemperaturen erlauben geringere Raumlufttemperaturen. Eine
um 2 Grad Celsius abgesenkte Lufttemperatur steigert die
Leistungsfähigkeit von Schülern um 6 Prozent. In schlecht gedämmten
Gebäuden ist dies jedoch nicht möglich. · Kontrollierte Be- und
Entlüftung mit Wärmerückgewinnung verbessert die Raumluftqualität und
damit die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit der Schüler.
3. Erneuerbare Energien brauchen hohe Energiestandards
·
Je besser der Energiestandard, umso niedriger die Vorlauftemperaturen
der Heizsysteme. Niedrige Temperaturen ermöglichen umso höheren Einsatz
erneuerbarer Energien (z.B. Solarthermie, Solarluftkollektoren, Nutzung
von Umweltwärme, Erdwärme über Wärmepumpen etc.) sein. Auch Biomasse-,
Öl- und Erdgasheizungen brauchen minimale Vorlauftemperaturen zur
maximalen Abgaskondensation und damit zur Minderung von
Luftschadstoffen.
· Die erhöhte Investition bei der Lüftung in die Wärmerückgewinnung aus der Abluft refinanziert sich immer.
4. Kosten sparen und gewinnen
·
Schulen mit ihren großen Dachflächen können über Fotovoltaik mehr Strom
zu produzieren als in der Schule jährlich verbraucht wird. Über die
Dachverpachtung mit üblichen Einnahmen von 2 bis 3 Euro/m² pro Jahr
sind zusätzliche Erträge erwirtschaftbar. Dächer tragen bei umfassender
Solarisierung damit künftig zum Klimaschutz bei und werden nebenbei
noch zur Einnahmequelle.
Die Ministerin und die Staatssekretärin
wiesen auf die Vorbildfunktion des Landes hin. Die interne
Baurichtlinie des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB)
schreibe anspruchsvolle Energiestandards vor, die mindestens 30 Prozent
besser seien als die Vorgaben der Energieeinspar-Verordnung (EnEV). „Wo
immer möglich, werden Passivhausstandards und erneuerbare Energien
eingesetzt. Das sollte auch für Schulen gelten. Die erste
Passivhaus-Schule in Rheinland-Pfalz entsteht derzeit als Pilotprojekt
des Landes in Speyer. Was wirtschaftlich ist, sollte umgesetzt werden“,
so Conrad. „Wenn es gelingt, die Nachfragemacht der öffentlichen Hand
für diese Zukunftsinvestitionen zu gewinnen, dann haben wir das beste
Markteinführungsprogramm für Spitzentechnologie in Rheinland-Pfalz.“
Kommunen
und kommunale Gebietskörperschaften sollen ermutigt werden, sich
ebenfalls freiwillig selbst verpflichtenden Standards zu stellen.
Ein „Symposium für Schulsanierungen in Rheinland-Pfalz“ des Instituts für Nachhaltiges Bauen und Gestalten der Fachhochschule Kaiserslautern mit Unterstützung beider Ministerien greift am 4. und 5. Dezember das Thema praxisnah auf und wirbt für die Umsetzung. Eingeladen sind Schulen, Schulträger, Bauämter, Architekten und Ingenieure.
Mainz 13. November 2008
Umweltministerin Margit Conrad trifft Landesvorsitzenden des DGB Rheinland-Pfalz – „Umweltpolitik und Beschäftigung sind keine Gegensätze“
Zu einem Gespräch über aktuelle Fragen der Energie- und Klimapolitik haben sich der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Rheinland-Pfalz (DGB), Dietmar Muscheid, und der Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Ralf Sikorski, mit Umweltministerin Margit Conrad getroffen.
Einig war man sich darüber, dass in einer ambitionierten Energie- und Klimapolitik auch eine Chance für Beschäftigung und Wachstum steckt – Umweltpolitik und Beschäftigung sind keine Gegensätze.
Soziale Aspekte der Energiepreisentwicklung
Umweltministerin Conrad erklärte, dass die steigenden Energiepreise für viele Haushalte zu einer immer stärkeren Belastung werden und zu sozialen Problemen führen können. Die Energiesparkampagne „Unser Ener macht mit“ setze hier an. „Der DGB begrüßt die Energiesparkampagne und wird deshalb dem Partner-Netzwerk „Unser Ener“ beitreten und sich aktiv an den diversen Aktionen beteiligen“, so Muscheid.
Der Gebäudesektor als Jobmotor
Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Energieeinsparkampagne zu höheren Investitionen im Gebäudesektor geführt habe. Auch der Zufluss von Fördergeldern des Bundes nach Rheinland-Pfalz für energieoptimierten Neubau, energetische Sanierung und Investitionen in erneuerbare Energien sei angeregt worden. Alleine im ersten Halbjahr 2008 sind von der KfW Zusagen für Kredite in Höhe von über 220 Millionen Euro nach Rheinland-Pfalz gegangen. Muscheid und Conrad: „Der Gebäudesektor hat sich zu einem Jobmotor entwickelt.“ Sie begrüßten die Absicht der Bundesregierung mit dem Ausbau der Förderprogramme diesen Effekt gerade jetzt zu verstärken. Der DGB Vorsitzende Dietmar Muscheid und die Ministerin sprachen sich dafür aus, dass die Förderprogramme für Gebäudesanierung stärker auf die Bedürfnisse von älteren Menschen und diejenigen mit geringem Einkommen ausgerichtet werden müssen, das heißt Zuschüsse auch für Einzelmaßnahmen wie z. B. Fenster- und Heizungserneuerung und energetische Sanierungen von Dächern und Geschossdecken.
Standortsicherung energieintensiver Unternehmen
Conrad
und Muscheid waren sich einig, dass die Energie- und Rohstoffeffizienz
ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und Arbeitsplätze sei.
Beide unterstrichen auch die Bedeutung der Umwelttechnologien auf den
Wachstumsmärkten.
Das große Potenzial für den Klimaschutz und den Export, das in den
umweltfreundlichen Technologien steckt, müsse genutzt werden.
Das europäische Klimapaket
Der DGB Vorsitzende und Ministerin Conrad betonen, dass eine europäische Klimaschutzpolitik darauf zu achten habe, dass der Industriestandort Deutschland und Europa seine Wettbewerbsfähigkeit behalte. Insbesondere seien Verbesserungen für energieintensive Betriebe, aber auch für solche, die im internationalen Wettbewerb stehen, unabdingbar, um eine Abwanderung (carbon leakage) zu vermeiden.
Mainz 06. November 2008
Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege: „Biomassenutzung schafft Klimaschutz, sichere Energie, Innovation und Arbeitsplätze“
Die Biomasse bietet unter den erneuerbaren Energien ein beachtliches Potenzial im Sinne des Klimaschutzes und der nachhaltigen Energieversorgung. Auf der 8. Biomassetagung Rheinland-Pfalz auf dem Umweltcampus Birkenfeld stellte Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege die Perspektiven der Biomasse im Land dar. Dem Ausbau der Biomasse kommt eine besondere Bedeutung zu, um das Ziel der Landesregierung zu erreichen: Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf mindestens 30 Prozent bis 2020.
„Wir sind dabei, die Biomasse systematisch zu erschließen und damit die Kostenbelastung von Verbrauchern genauso zu reduzieren wie die Klimabelastung. Mit Bioenergie schaffen wir darüber hinaus Arbeitsplätze und steigern die Kaufkraft in den Regionen. Die damit verbundene wirtschaftliche Dynamik ist angesichts der gerade im Zuge der Finanzkrise abflachenden Konjunktur besonders wichtig“, so Kraege.
Innerhalb des gesamten Umfangs erneuerbarer Energieträger am rheinland-pfälzischen Primärenenergieverbrauch - also Strom und Wärme - mit 7 Milliarden kWh belegt die Biomasse mit 64,3 Prozent oder 4,5 Milliarden kWh den weitaus größten Anteil. Dagegen kommen die anderen Energien wie Wasser, Wind und Solarenergie zusammen auf ein Drittel.
Kraege erklärte, dass die Produktion von Biomasse noch intensiviert werden könne. In Land- und Forstwirtschaft gäbe es noch erschließbare Potenziale für nachwachsende Rohstoffe, wobei die Grundsätze der Nachhaltigkeit und der Naturverträglichkeit gelten müssten. Als waldreiches Land habe Rheinland-Pfalz überdurchschnittliche Biomassepotentiale, die sich für eine energetische Nutzung hervorragend eignen. „Gerade in großen kommunalen Objekten sind zahlreiche Hackschnitzelheizungen, vielfach in Verbindung mit entsprechenden Nahwärmenetzen entstanden“.
Außerdem machte die Umweltstaatssekretärin darauf aufmerksam, dass durch Bioenergie erreichte CO2-Vermeidung vervielfacht werden könne. „Mehr Effizienz in der Bioenergie insbesondere durch verstärkte Anwendung von dezentralen Kraft- Wärme-Konzepten ermöglicht mehr Klimaschutz bei gleichem Aufwand“. Die Effizienz der rund 100 landwirtschaftlichen Biogasanlagen in Rheinland-Pfalz könne noch erhöht und somit die Wertschöpfung maximiert werden.
Bei der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen betonte Kraege den Vorrang der Nahrungsmittelproduktion. Es sei auf eine Balance zwischen den unterschiedlichen Nutzungsarten zu achten. Und um die Ressourcen zu schonen, müssten Kaskadennutzungen realisiert werden, d.h. die Biomasse zuerst einer stofflichen Verwertung und danach einer energetischen Verwertung zugeführt werden. Auch Reststoffe wie zum Beispiel Stroh, kommunaler Grünschnitt oder Klärschlamm sind Energieträger mit Wert.
Forschungsaktivitäten im Energiesektor und eine intensive Zusammenarbeit mit der Industrie bringen die Biomassenutzung nach vorn. „Gerade Biomassenutzung wird heute durch vergleichsweise junge Technologien vorangebracht, die enorme Innovations-, Effizienz- und Wirtschaftlichkeitspotenziale haben. Deshalb unterstützt die Landesregierung entsprechende Projekte“.
Mainz 31. Oktober 2008
Umweltministerin Margit Conrad: „Klimaschutz schützt Artenvielfalt“
Die Klimaveränderungen gehören, so Umweltministerin Margit Conrad, zu den größten Bedrohungen für die Biodiversität. „Dass wir den Klimawandel auch in Rheinland-Pfalz spüren, zeigt die enormen Herausforderungen. Es gibt mittlerweile keinen Zweifel mehr: der Klimawandel findet statt, auch bei uns in Rheinland-Pfalz. In den letzten 100 Jahren hat sich die Temperatur im Mittel um 0,8 Grad Celsius erhöht. Besonders die Winter werden wärmer. Unser Ziel ist es, die Erhöhung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen“, stellte sie anlässlich der vierten landesweiten Veranstaltung zur Biodiversität, diesmal mit dem Schwerpunkt „Klimawandel“ nahe Cochem fest.
Nach einer Studie des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen, „Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), zeigen Beobachtungen auf allen Kontinenten, dass zahlreiche natürliche Systeme von regionalen Klimaänderungen – vor allem von Temperaturerhöhungen – betroffen sind. Andauernd gleich hohe oder höhere Treibhausgasemissionen als heute würden eine weitere Erwärmung verursachen und im 21. Jahrhundert viele Änderungen im globalen Klimasystem bewirken, die sehr wahrscheinlich größer wären als die im 20. Jahrhundert beobachteten, stellt der IPCC fest und fordert: Eine Anpassung, um den Auswirkungen zu begegnen, die aus der bereits nicht mehr zu vermeidenden Erwärmung aufgrund von Emissionen der Vergangenheit resultieren.
Ministerin Conrad: „Unsere Antwort: Es gibt nur die Konsequenz, die klimaschädlichen Gase zu reduzieren – hier bei uns und global. Wir müssen geeignete Anpassungsstrategien für die Zukunft entwickeln,für unsere Wald- und Forstwirtschaft, für einen zukunftssicheren Hochwasserschutz, für sichere Arbeitsplätze. Das ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen.“
Bei der jetzigen Veranstaltung des Umweltministeriums „Biodiversität und Klimawandel“ werden die Herausforderungen unter Beteiligung von Naturschutz, Forst- und Wasserwirtschaft sowie der kommunalen Akteure regional betrachtet. Als Veranstaltungsort wurde die Gegend um Cochem ausgewählt, weil hier die verschiedenen Klimazonen auf engstem Raum zu erleben sind. Unterschiedliche Landschaften mit ihrem Artenspektrum sind auf einer Exkursion zu erleben, die von den Höhenlagen der Eifel durch den Wald zu den Weinbergen zwischen Cochem und Bruttig-Fankel und weiter zu den Ufern der Mosel im Tal führt.
„Vielfalt ist die Überlebensstrategie der Natur und der Menschen. Biodiversität schützen heißt Lebensgrundlagen erhalten. Eine vielfältige Natur bedeutet ein mehr an Stabilität, Anpassungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes“, so Conrad, „der Klimawandel ist in seinen Konsequenzen für und in der Natur erkennbar“, so Conrad. Es müsse mit einer weiteren Erhöhung der Temperatur gerechnet werden oder mit weiteren Verschiebungen in den Verbreitungsgebieten von Arten. Tiere und Pflanzen können dadurch in ihrer Existenz bedroht sein. Zu rechnen ist auch mit der zunehmenden Zuwanderung bisher bei uns nicht verbreiteter Arten.
Das Land ist Partner in verschiedenen Forschungsprojekten, die diese Entwicklung verdeutlichen. Anfang des Jahres ist ein Forschungsvorhaben mit dem weltweit renommierte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zum Klima- und Landschaftswandel in Rheinland-Pfalz („KlimLandRP“) gestartet. Das interdisziplinäre Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 1,8 Millionen Euro untersucht die regionalen Auswirkungen des Klimawandels und soll bis Ende 2011 abgeschlossen sein.
„Der Klimawandel erfordert flexible Anpassung. Deshalb brauchen wir eine immer genauere Kenntnis der Folgen“, sagte Conrad.“ Es gehe darum, Risiken, aber auch mögliche Chancen des Klimawandels zu erkennen und nachhaltige Strategien zu entwickeln. Dem Klimawandel könne dann zum Beispiel ein zukunftsorientiertes Landschaftsmanagement entgegen gesetzt werden.
Stabilere Wälder entstehen durch die Wahl geeigneter Baumarten und Herkünfte aus wärmeren Regionen, die auch bei höheren Temperaturen Bestand haben. Der Wald ist eine wichtige Grundlage für Biodiversität und den Klimaschutz. Die Forstwirtschaft entwickelt daher mit naturnahen Waldbautechniken gemischte, alters- und strukturreiche Wälder, die über eine höhere Vielfalt bessere Anpassungsmöglichkeiten haben. Bei den Gewässern schafft die Aktion Blau und die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wieder naturnahe Ökosysteme. Diese verhelfen zu einer verbesserten Struktur- und Artenvielfalt, aber auch zum Schutz vor extremen Wetterereignissen wie sie der Klimawandel verstärkt erwarten lässt. Gewässerrenaturierung und die Schaffung von Flächen zum natürlichen Wasserrückhalt sind auch sinnvoll im Bezug auf den Hochwasserschutz.
Beispiele zeigen Handlungsfelder: So können zum Beispiel durch Beweidungsprojekte wie im Mittelrheintal oder durch alternative Landnutzung, wie im Moseltal mit dem Projekt Roter Weinbergspfirsich, Flächen offen gehalten und damit historisch gewachsenen Kulturlandschaften erhalten werden. Die dort lebenden Arten können so überleben.
Die Veranstaltung in der Region Cochem baut auf drei vorangegangen Großveranstaltungen auf, die „Biodiversität und Forstwirtschaft“ (Symposium in Johanniskreuz im Juni), „Biodiversität und Landwirtschaft“ (Partnerbetrieb Naturschutz im August) sowie „Biodiversität und Wasser“ (Renaturierte Nettemündung im September) thematisierten.
Mainz 30. Oktober 2008
Energetische Abfallverwertung spart über 200.000 Tonnen CO2 ein
Rheinland-Pfalz ist auf dem besten Weg von der herkömmlichen Abfallwirtschaft hin zu einer Rohstoffwirtschaft, das weist die aktuelle Landesabfallbilanz von 2007 aus. So wird inzwischen der größte Teil der Siedlungsabfälle recycelt oder als Energieträger genutzt. „Die Recyclingquote im Land ist unverändert hoch; sie liegt bei den Haushaltsabfällen bei 65 Prozent. Rheinland-Pfalz befindet sich damit in der Spitzengruppe der Bundesländer“, stellt Umweltministerin Margit Conrad fest. Dennoch sei die weitere Verbesserung das Ziel. „Wir wollen eine hundertprozentige Verwertung von Abfällen - als Sekundärrohstoffe durch Recycling und durch energetische Verwertung.“
In Rheinland-Pfalz wurden über 760.000 Tonnen Abfälle energetisch genutzt – das entspricht 37,6 Prozent des Gesamtaufkommens aus den Haushalten (ohne Problemabfälle). Der energetisch genutzte Abfall setzt sich zusammen aus Hausrestabfall (344.000 Tonnen), Sperrabfall (103.000 Tonnen), Bioabfälle in Vergärungsanlagen (95.000 Tonnen), Holzabfälle (65.000 Tonnen), sonstige Abfälle (7000 Tonnen) und Ersatzbrennstoffe (146.000 Tonnen) (Zahlen gerundet).
Durch die energetische Nutzung von Siedlungsabfällen in den rheinland-pfälzischen Müllheizkraftwerken und Vergärungsanlagen konnten rund 205.500 Tonnen CO2 eingespart werden.
Siedlungsabfälle
Während den öffentlich-rechtlichen Entsorgern überlassene Abfallmenge in den 1990er Jahren stetig abgenommen hatte, gab es nach Inkrafttreten des Ablagerungsverbotes für unbehandelte Abfälle seit 2006 wieder einen deutlichen Anstieg bei den Kommunen. Ursache ist offenbar die vermehrte Überlassung von gewerblichen Abfällen.
Das Gesamtaufkommen an beseitigten und verwerteten Siedlungsabfällen bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern belief sich 2007 auf 4,05 Millionen Tonnen. 1990 lag diese Menge noch bei 6,44 Millionen Tonnen.
Das Gesamtabfallaufkommen setzt sich zusammen aus:
· 50,0 % Abfälle aus Haushalten
· 44,1 % Bau- und Abbruchabfälle
· 5,8 % Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen
· 0,1 % Problemabfälle
Fast zwei Drittel dieser Abfälle (65,1 %) wurden verwertet; 34,9 % wurden einer Beseitigung zugeführt. Wichtigste Verwertungsverfahren waren das Bauabfallrecycling (27,2 %), die Verwertung von Papier, Pappe und Karton, Glas und Leichtverpackungen (14,7 %) sowie die Kompostierung / Vergärung (14 %).
Die Menge der
Haushaltsabfälle ist gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurückgegangen
(-0,1 %). Neben der stofflichen Verwertung wurden 37 % aller
Hausabfälle energetisch genutzt, 32 % der Bioabfälle wurden einer
Vergärung zugeführt.
Für die Leistungen der
öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger hatte 2007 ein
4-Personen-Haushalt im Durchschnitt 181 Euro zu zahlen – 4 Euro weniger
als noch 2000.
Sonderabfall Das Aufkommen an gefährlichen Abfällen hat sich 2007 gegenüber 2006 kaum verändert. Abzüglich der Sekundärabfälle (Output aus Behandlungsanlagen und Zwischenlagern) verbleibt ein Primäraufkommen von rund 1,5 Millionen Tonnen. Darin sind auch die firmenintern entsorgten Mengen enthalten (250.000 Tonnen).
Dominiert werden die gefährlichen Abfälle von mineralischen Abfällen wie kontaminierte Böden, teerhaltiger Straßenaufbruch, belasteter Bauschutt und Gleisschotter, die fast 60% ausmachen. Weitere anfallende Stoffgruppen sind z.B. Reaktions- und Destillationsrückstände, Deponiesickerwasser oder Lösemittel.
Rund 900.000 Tonnen gefährliche Abfälle wurden nach Rheinland-Pfalz verbracht, davon 765.000 Tonnen aus anderen Bundesländern. Fast 600.000 Tonnen wurden in andere Bundesländer und das Ausland (Anteil: 7%) exportiert. Bei den importierten Abfällen handelt es sich vorwiegend um mineralische Abfälle (50%) und Bleibatterien (15 %).
Die Landesabfallbilanz Rheinland-Pfalz 2007 sowie das Faltblatt "Sonderabfälle 2007 - Mengenübersicht" sind auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz eingestellt: [ www.mufv.rlp.de ]
Mainz 29. Oktober 2008
Umweltministerin Conrad: "Nicht auf die Energieeinsparverordnung warten - heute die Häuser der Zukunft bauen"
Zum 3. Energieberatertag mit 200 Teilnehmern hob Umweltministerin Margit Conrad den hohen Wert einer fachkundigen und unabhängigen Energieberatung für das Energiesparen und den Klimaschutz hervor.
"Der Energieberater hat wesentlichen Einfluss darauf, ob und wie eine Sanierung ausgeführt wird oder mit welchem Energiestandard ein Neubau entsteht. Er stellt die Weichen zur Nutzung innovativer Technologien oder zum Einsatz erneuerbarer Energien - beides bringt langfristig Kostenvorteile und Unabhängigkeit von steigenden Preisen für fossile Brennstoffe", sagte sie.
Die Energiekosten eines 4-Personenhaushalts liegen heute um über 65 Prozent höher als im Jahr 2000 und werden zu einer steigenden Belastung für Bügerinnen und Bürger. Conrad: "Unsere Antworten sind Energiesparen, Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien". Sie stellte insbesondere das neue Landesförderprogramm für anspruchsvolles energetisches Bauen und Sanieren vor. Es habe auch das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmemarkt zu steigern.
Umweltministerin Conrad hat daher ein einzigartiges Beratungspaket geschnürt: Mit einer landesweiten kostenlosen Energie-Erstberatung bei der Verbraucherzentrale an inzwischen 54 Orten. Diese Erstberatung wird in Rheinland-Pfalz kostenfrei angeboten, das ist bundesweit einmalig. Die Beratungszahlen liegen 2008 um 40 Prozent höher als im Vorjahr. Außerdem fördert das Umweltministerium landesweit Seminare für Hausbesitzer und Bauherren. Dort gibt es Informationen zur energetischen Sanierung und zum Bau von Energiespar- und Passivhäusern. Zudem erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher über die Verbraucherzentrale eine kostenfreie und individuelle Spezialberatung zu Photovoltaik-Anlagen.
Daneben besteht eine Energieberaterdatenbank im Rahmen der Kampagne [ www.unser-ener.de ], die den Kontakt zu aktuell 483 eingetragenen Beraterinnen und Beratern herstellt. Bei zahlreichen Veranstaltungen wie Verbraucher- oder Energiemessen oder den "UnserEner"-Aktionstagen gibt es am "UnserEner"-Stand fachkundige Unterstützung auch durch Energieberater. Allein für dieses Jahr wurde auf über 130 Veranstaltungen mit über 200.000 Besuchern für sparsamen Umgang mit Energie geworben. Ab November ist das "UnserEner"-Infomobil im Land unterwegs und bietet zusätzliche Informations- und Beratungsmöglichkeiten.
"Energieberater haben eine große Verantwortung bei Ihrer Tätigkeit, da gerade bei der Gebäudesanierung häufig komplexe Gebäudestrukturen vorliegen und Risiken wie Feuchtigkeitsprobleme bei der Verbesserung der Luftdichtigkeit auftreten können", sagte Conrad. außerdem müssen sich die Energieberater kontinuierlich auf dem Laufenden halten". So kommen mit der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz neue Herausforderungen auf Bauherren und Berater zu".
Beim Energieberatertag stehen neben Vorträgen zu Wärmegesetz und EnEV auch Praxisbeispiele auf dem Programm. Veranstalter sind Umweltministerium und EOR, Kooperationspartner die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz, die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern, die Architektenkammer und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sowie E2A - Energieeffizienzagentur der Metropolregion Rhein-Neckar, der Verband der Gebäudeenergieberater GIH und das Bau- & EnergieNetzwerk Mittelrhein BEN.
Der Energieberatertag ist ein Baustein bei der Unterstützung des Landes bei der Fort- und Weiterbildung der Energieberater.
Mainz 18. September 2008
Ministerin Conrad: „Energieeffizienten Geräten zum Durchbruch verhelfen“
Die besten Elektrogeräte sind die, die am wenigsten Strom verbrauchen. Doch sie werden noch immer viel zu selten gekauft. Der Grund: Energieeffiziente Geräte sind schwer zu erkennen, sie werden im Handel nicht angeboten und sie sind, gerade für Familien mit geringem Einkommen, zu teuer. Mit einem Antrag für die Verbraucherschutzministerkonferenz am 18. und 19. September in Berchtesgaden will die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad das ändern. Mit Forderungen an die Bundesregierung, Handel und Hersteller will sie dafür sorgen, energieeffizienten Geräten endlich zum Durchbruch zu verhelfen.
„Energiefresser müssen vom Markt verschwinden“ fordert Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Conrad. „Wenn es uns gelingt, alte Elektrogeräte großflächig durch energiesparende Geräte zu ersetzen, lassen sich nach Berechnungen des Umweltbundesamtes nicht nur 25 Millionen Tonnen CO2 bis zum Jahr 2020 einsparen. Auch die Energiekosten der Verbraucherinnen und Verbraucher reduzieren sich damit deutlich“, so Margit Conrad.
Die Forderungen aus Rheinland-Pfalz
Das bisherige Energielabel, das für Haushaltsgeräte eine Kennzeichnung von „A“ (geringster Energieverbrauch) bis „G“ (höchster Energieverbrauch) vorsieht, ist veraltet und muss reformiert werden. Die der Kennzeichnung zugrunde liegenden Standards müssen regelmäßig an den Stand der Technik angepasst und an den energieeffizientesten Geräten orientiert werden. Auch Bürogeräte und Unterhaltungselektronik müssen in die Kennzeichnung einbezogen werden.
Durch EU-weit strenge Höchstwerte für den Energieverbrauch von Produkten im Rahmen der Ökodesignrichtlinie müssen Energiefresser vollständig vom Markt verschwinden. Durch Beratungs- und Förderprogramme muss sichergestellt werden, dass sich auch einkommensschwache Haushalte den Kauf energiesparender Geräte leisten können.
Handel und Hersteller sollen ihr Angebot an energieeffizienten Geräten, deutlich kennzeichnen und aktiv bewerben.
Mainz 16. September 2008
Maximini: Rheinland-pfälzischer Tourismus kann vom Klimawandel profitieren
„Nach Expertenmeinung kann der heimische Tourismus vom Klimawandel profitieren. Vor allem die rheinland-pfälzischen Mittelgebirgsregionen können sich auf einen verstärkten Sommer- und Wandertourismus bei mehr Sonne und Wärme einstellen. Schon heute sind die meisten Übernachtungen in den Sommermonaten zu verbuchen. Dieser Trend wird sich in Zukunft sicher verstärken“, so der Obmann der SPD-Landtagsfraktion in der Enquete-Kommission „Klimawandel“, Alfons Maximini.
Diese Einschätzung wurde von den geladenen Experten im Rahmen der letzten Sitzung der Enquete-Kommission „Klimawandel“ zum Thema „Tourismus“ geteilt. Mit Blick auf den Wintertourismus in den deutschen Mittelgebirgen waren sich die Experten jedoch auch einig, dass die Schneesicherheit in den kommenden Jahrzehnten weiter abnehmen wird. Dieser Trend sei bekannt und würde zudem auch für einige Bereiche in den deutschen Alpen gelten. Hier müsse an attraktiven alternativen Angeboten gearbeitet werden.
Maximini: „Mit ihrer 'Tourismusstrategie 2015' geht die Landesregierung den richtigen Weg. So soll mit dem Konzept 'Wanderland Rheinland-Pfalz' ein Netz von prädikatisierten Weitwanderwegen verwirklicht werden, je nach Größe und Potenzial der Region bis zu zwei Weitwanderwege pro Tourismusregion. Diese sollen nach einheitlichen Qualitätskriterien umgesetzt werden und den Ansprüchen des Wanderers auch in den kommenden Jahrzehnten entsprechen. Der Tourismus in Rheinland-Pfalz stellt sich damit auf die Folgen des Klimawandels ein.“
Mainz 1. September 2008
Umweltministerin Margit Conrad: „Das Handwerk übernimmt Schlüsselrolle beim Energiesparen und profitiert von erneuerbaren Energien“
In den kommenden 20 Jahren wird bundesweit etwa die Hälfte aller Gebäude saniert werden. „Das Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Handwerk wird dabei eine Schlüsselrolle für Klimaschutz und Energieeinsparung übernehmen. Mit diesen Herausforderungen verbinden sich große Chancen für die Branche, denn mit den neuen Technologien sind neue und sichere Arbeitsplätze ebenso verbunden wie Wertschöpfung in unserem Land“, sagte Umweltministerin Margit Conrad beim Verbandstag des Fachverbandes Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik Rheinland-Rheinhessen in Mainz. Sie bedankte sich ausdrücklich und lobte die gute Zusammenarbeit bei der Energiesparkampagne „Unser Ener macht mit - Unsere beste Energie ist gesparte Energie“. Der Fachverband Sanitär-, Heizung-, Klimatechnik Rheinland-Rheinhessen hat eine aktive Rolle im Partnernetzwerk. Ministerin Conrad lobte die wertvollen Impulse der Mitglieder bei der Woche der Sonne oder zur Rheinland-Pfalz-Ausstellung und sie dankte allen Akteuren für ihren Einsatz. Conrad: „Neben den Publikumsveranstaltungen ist es das Ziel, mit zahlreichen Fachveranstaltungen und gemeinsam mit den Partnern ein breites Fortbildungsangebot aufzubauen. Beim Energieberatertag, der Wärmepumpentagung oder anderen Veranstaltungen erhalten Fachleute Informationen auch zur Nutzung erneuerbarer Energien, denn wir brauchen Qualität in der Planung und in der Durchführung.“
Die Energieerstberatung durch die Verbraucherberatung ist landesweit kostenlos. Ein Motor der Kampagne ist das Partnernetzwerk mit über 20 Akteuren in Rheinland-Pfalz. Auch beim Verbandstag standen in Zusammenarbeit mit der Installateur- und Heizungsbauerinnung in Stadt und Landkreis Mainz Informationen und praktische Beispiele zu den Schwerpunktthemen „Energiesparen“ und „Trinkwasser“ auf dem Programm. In Rheinland-Pfalz ist der Gebäudesektor mit 41% des Endenergieverbrauchs der größte Energieverbraucher. Gemeinsam mit dem Verkehr erreichen die Gebäude 34% - und damit die größte - CO2-Belastung. 80% der Energie wird für Heizwärme gebraucht. Und die Heizungen und kaum sparsam: Mehr als 72.000 Ölheizungen (15,5%) in Rheinland-Pfalz sind älter als 23 Jahre und über 46.000 (9,9%) sogar älter als 27 Jahre. Bei den Gasheizungen wurden 38.500 (9,1%) vor 23 Jahren und über 18.000 (4,3%) vor 27 Jahren eingebaut. Conrad: „Allein der Austausch dieser Anlagen führt zu einer erheblichen Energieeinsparung und zu großen Umsätzen für die Fachbetriebe.“ Die erneuerbaren Energien werden bei der zukünftigen, klimafreundlichen Energieversorgung eine wichtige Rolle übernehmen. Die entsprechende Qualifikation des Handwerks ist hier die Voraussetzung.
Conrad: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des rheinland-pfälzischen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Handwerks arbeiten mit hohem Engagement und sind erste Ansprechpartner beim zunehmenden Einsatz neuer Technologien zur Gewinnung von Wärme und Strom aus heimischen Ressourcen.“ In Deutschland wurde 2007 mit erneuerbaren Energien ein Gesamtumsatz von rund 25 Milliarden Euro erzielt; 250.000 Menschen arbeiteten in diesem Bereich. Auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Erneuerbaren langfristig wirtschaftlich große Vorteile, denn: „Wer auf die Zukunftstechnologien setzt, macht sich unabhängig von den Weltenergiemärkten und von steigenden Energierechnungen.“ Umweltministerin Conrad machte deutlich, dass es darum geht, Dynamik zu entwickeln: „Der Immobilienmarkt ist ein Markt mit langen Investitionszyklen. Wer heute nicht richtig handelt, lässt Einsparpotenziale auf Jahre und Jahrzehnte ungenutzt. Hausbesitzer sind gut beraten, wenn sie künftige Umweltanforderungen schon heute beachten und so den Wiederverkaufswert ihrer Immobilie hoch halten.“
Ab 2009 werden die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) um 30 Prozent verschärft. Ab 1.1.2012 werden diese noch einmal um weitere 30 Prozent erhöht. Zudem muss ab 2009 der Energiebedarf in Neubauten anteilig aus erneuerbaren Energien wie Biomasse, Geothermie, Solarthermie und Umweltwärme oder durch die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung erbracht werden. Das Land fördert diese Entwicklung und unterstützt zum Beispiel den Neubau von Passivhäusern und Energie-Gewinn-Gebäuden mit einem 2 Millionen Euro-Förderprogramm. Über 400 Wohnungen wurden bzw. werden gerade damit gefördert. Rheinland-Pfalz ist auf einem guten Weg. Vor über einem Jahr hat Umweltministerin Conrad in ihrer Regierungserklärung die energie- und klimapolitischen Ziele für das Land dargelegt: Klima schützen, Energie sichern, Energierechnungen reduzieren und Arbeitsplätze schaffen. Die Energiestrategie beruht auf den vier Pfeilern: Energie einsparen, Energieeffizienz steigern, Erneuerbare Energien ausbauen und die eigene Energieversorgung im Land stärken. Der Anteil des Stromes aus erneuerbaren Energien soll bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30 Prozent steigen. Rheinland-Pfalz hat zudem eine Kraft-Wärme-Kopplungsinitiative gestartet und forciert deren Ausbau.
Mainz 19. August 2008
Umweltministerin Margit Conrad: „Mit Restholz und Grünschnitt hocheffizient Strom und Wärme produzieren“
Rheinland-Pfalz setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und damit auf Effizienztechnologie. KWK bedeutet Stromerzeugung und gleichzeitige Nutzung der Abwärme, was den Nutzungsgrad der Energieträger sehr stark erhöht. Umweltministerin Margit Conrad informierte sich beim Besuch eines Biomasse-Heizkraftwerks der Stadtwerke Neuwied darüber, wie die vielfältig anfallenden holzhaltigen Reststoffe in der Region organisiert werden, um hocheffizent Strom und Wärme zu produzieren. Außerdem findet hier eine neue Technologie Anwendung, die die Energieausbeute dank einer angeschlossenen Organic Rankine Cycle (ORC)-Anlage noch weiter verbessert. „Astholz, Sträucher und holzhaltige Grünabfälle verrotten noch viel zu oft als ungenutzte Reststoffe“, stellte Umweltministerin Conrad fest. „Dass sich aus Reststoffen durch ein gezieltes Stoffstrommanagement wertvolle Energieträger produzieren lassen und damit eine Stadt in relevantem Umfang teures Erdgas oder Öl ersetzen kann, das beweist Neuwied mit der Errichtung und dem Betrieb dieses Biomasseheizkraftwerks. Gerade auch die wertvolle Biomasse gilt es hocheffizient einzusetzen. Dies ist hier vorbildlich unter Einsatz der ORC-Technik gelungen.“
Die Stadtwerke Neuwied haben das Biomasse-Heizkraftwerk mit ORC-Anlage am 1. Februar in Betrieb genommen. Dort wird über eine ORC-Anlage Strom erzeugt. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung erhöht sich der thermische Gesamtwirkungsgrad der Anlage auf ca. 85 Prozent. Die anfallende Abwärme wird in ein 9 Kilometer langes Fernwärmenetz zur Beheizung von öffentlichen, privaten und gewerblichen Gebäuden eingespeist. Angeschlossen an das Fernwärmenetz sind 7 Schulen, 6 Sportanlagen, 7 Geschäftskunden (darunter Stadt-, und Kreisverwaltung, Banken, Einkaufszentrum, Industriebetrieb), 2 Altenheime und 23 Wohngebäude mit ca. 650 Wohneinheiten. Neben dem Biomasseheizkraftwerk gibt es zwei weitere Energiezentralen mit je zwei Blockheizkraftwerken. Die verkaufte Wärmemenge liegt jährlich bei ca. 35.000 MWh, davon werden ca. 20.000 MWh über das Biomasseheizkraftwerk erzeugt. Allein das Biomasseheizkraftwerk spart Erdgas für 25.830 MWh pro Jahr ein und 9.200 Tonnen CO2 pro Jahr.
ORC-Anlagen erlauben eine wirtschaftliche Nutzung von Energiequellen auf niedrigem Temperaturniveau, wie z.B. Erdwärme, Abwärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf der Basis erneuerbarer oder fossiler Energieträger und Solarthermie - was mit einer klassischen, mit Wasserdampf angetriebenen Turbinenanlage nicht möglich ist.
„Das Biomasseheizkraftwerk mit ORC-Anlage in Neuwied zeigt, dass im Strom- und Wärmemarkt beträchtliche Energieeffizienzsteigerungen durch den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung erreicht werden können. Die Stadtwerke Neuwied haben eine Vorreiterrolle eingenommen“, sagte Ministerin Conrad. „Die Nutzung heimischer, regenerativer Ressourcen und die KWK als Effizienztechnologie bei der Energieproduktion sind zentrale Bausteine in unserem Energiekonzept. Ziel der Landesregierung ist es, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung und den KWK-Anteil auf mindestens 30 Prozent.“ Bezogen auf den Bruttostromverbrauch liegt der KWK-Anteil in Rheinland-Pfalz bei ca. 17 Prozent; im Durchschnitt beträgt er in Deutschland 12,5 Prozent. Conrad: „Rheinland-Pfalz ist auf dem besten Weg.“
In Industrie und Gewerbe bleibt produktionsbedingte Abwärme noch vielfach ungenutzt. Diese kann in häufig zur Stromerzeugung und durch Einspeisung in Nah- und Fernwärmenetze zu Heizzwecken eingesetzt werden – was sich auch rechnet. Die erzielbare Einsparung vor allem an Erdgas und Heizöl führt zu einer erheblichen Reduktion der Energiekosten. Conrad: „Damit verbunden ist eine Stärkung der Position unserer rheinland-pfälzischen Unternehmen auf einem globalisierten Markt, aber auch die Stabilisierung der Energiekosten für Bürgerinnen und Bürger.“
Mainz 20. Juni 2008
Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege: „Es macht ökologisch und ökonomisch Sinn, sparsam mit der Ressource Boden umzugehen“
In Deutschland werden täglich freie Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt. Ziel der Landesregierung ist es, die Flächeninanspruchnahme in Rheinland-Pfalz auf das absolut notwendige Maß zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund fand heute in Mainz eine gemeinsame Veranstaltung des Umweltministeriums, Innenministeriums und Kompetenzzentrums Flächenhaushalts-politik am Umweltcampus Birkenfeld zum Thema „Berücksichtigung des Bodenschutzes in der räumlichen Planung“ statt.
Umweltstaatssekretärin Kraege betont hierzu: „Es ist notwendig, die tägliche Flächeninanspruchnahme zu reduzieren, da Boden eine begrenzte Ressource ist und gleichzeitig wichtige Funktionen erfüllt. Unsere Böden sind Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen und mit ihrer Leistungsfähigkeit eine Lebensgrundlage des Menschen. Böden tragen zum Erhalt und zur Stärkung der Biodiversität bei.“ Die Veranstaltung informierte und sensibilisierte unter anderem die Mitarbeiter der Bodenschutz- und Planungsbehörden sowie der Ingenieur- und Planungsbüros. Sie thematisierte zum Beispiel den Aspekt der demographischen Entwicklung in Planungsprozessen. Um eine Begrenzung der Flächeninanspruchnahme zu erzielen, setzt die Landesregierung auf die Mitwirkung der Entscheidungsträger vor Ort. Diesen stellt sie ressortübergreifend Instrumente, erforderliche Bodenschutzdaten und unterstützende Handlungsleitfäden sowie auch Haushalts- und Fördermittel zur Verfügung.
Das Umweltministerium hat den Mitveranstalter Kompetenzzentrum Flächen-haushaltspolitik mit der Erstellung einer Informations- und Kommunikationsplattform zur Thematik Flächeninanspruchnahme und Flächenreduktion beauftragt. Diese Plattform ist als „Kompetenzzentrum Flächenhaushaltspolitik“ in die Umwelt- und Energie-Plattform Effizienznetz Rheinland-Pfalz [ www.effnet.rlp.de ] integriert worden und steht künftig allen Akteuren mit umfangreichen Informationen und Best-Practice-Beispielen zur Verfügung.
Speziell zur Thematik Wiedernutzung ehemaliger industrieller oder militärischer Liegenschaften erläuterte die Umweltstaatssekretärin: „Die Wiedernutzung von Brachflächen vermeidet die Inanspruchnahme neuer Flächen – gleichzeitig kann damit eine hohe Wertschöpfung verbunden sein. Auf diesem Gebiet sind wir in Rheinland-Pfalz seit Jahren sehr erfolgreich.“
Ehemals „verwaiste“, strukturschwache Regionen
in Rheinland-Pfalz stellen heute wichtige Wirtschafts- und
Bildungsstandorte mit innovativen Unternehmen und
Forschungseinrichtungen dar. Im Rahmen der strategischen Vorgehensweise
des rheinland-pfälzischen Konversionsprogramms wurden insgesamt rund
1,3 Milliarden Euro investiert.
Abschließend unterstrich Kraege:
„Das Land Rheinland-Pfalz verfolgt das Ziel, die Flächeninanspruchnahme
deutlich zu reduzieren. Dazu bedarf es der Einsicht, dass Flächen
sparen nicht nur ökologisch, sondern vielfach auch ökonomisch sinnvoll
ist. Wir wollen hierfür sensibilisieren und setzen auf die
Entscheidungsträger vor Ort. Die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme
ist ein wichtiges, aber auch ehrgeiziges Ziel, das letztlich nur
gemeinsam mit den Kommunen umgesetzt werden kann.“
Mainz 19. Juni 2008
Forstministerin Margit Conrad: „Durch naturnahen Waldbau Artenvielfalt und Rohstoff Holz sichern“ - Forstwirtschaft ist Vorbild für nachhaltige Produktion
Die Wälder weltweit spielen eine bedeutende Rolle für den Erhalt der Artenvielfalt , den Wasserhaushalt und für den Klimaschutz. Dort, wo die Zerstörung dieser Wälder - insbesondere der tropischen Regenwälder - droht, müssen Schutzkonzepte greifen und es muss eine nachhaltige Waldwirtschaft ergänzend entwickelt werden - das war eines der zentralen Themen der UN-Artenschutzkonferenz in Bonn. Das Symposium „Biodiversität in rheinland-pfälzischen Wäldern“, das heute auf Initiative der rheinland-pfälzischen Forstministerin Margit Conrad im Haus der Nachhaltigkeit in Trippstadt stattfindet, greift im Jahr der Biodiversität die Diskussion auf. Rheinland-Pfalz ist mit einem Waldanteil von 42 Prozent das waldreichste Bundesland in Deutschland. Rheinland-Pfalz hat den höchsten Laubwaldanteil aller Bundesländer und trägt Verantwortung für den größten Eichenwald in Deutschland. Rheinland-Pfalz gibt mit seiner naturnahen, nachhaltigen Forstwirtschaft auch international Impulse.
„Der Pfälzerwald ist eine gutes Beispiel für eine sehr lange Tradition der Waldbewirtschaftung“, sagte Forstministerin Conrad am Veranstaltungsort Johanniskreuz. „Unsere Wälder sind von menschlicher Nutzung geprägt und Teil der Kulturlandschaft. Auch wenn die echten Urwälder lange verschwunden sind, so gibt es doch wertvolle alte Waldstandorte und alteingesessene Baum-Vorkommen sowie eine Vielfalt an waldbezogenen Arten.“ Jeder siebte Baum in rheinland-pfälzischen Wäldern ist älter als 120 Jahre. Naturnaher Waldbau zeigt großen Erfolg
Bereits in den 1990er Jahren wurde die Waldbewirtschaftung auf den naturnahen Waldbau umgestellt, seit dem Jahr 2000 ist er im Staatswald (27 Prozent der Waldfläche) gesetzlich vorgeschrieben; seine Entwicklung wird in Kommunal- und Privatwald durch Fördermaßnahmen des Landes begleitet. Der Biotop- und Artenschutzes sowie die Bedeutung für Naherholung stehen dabei ebenso wie die nachhaltige Bereitstellung des Rohstoffes Holz im Focus.
Die Erfolge sind groß: Das Arteninventar, die
Naturnähe und die Vielfalt der Wälder haben zugenommen. Sie sind älter
und holzreicher geworden. Der Holzvorrat in Rheinland-Pfalz wurde von
197 Millionen Kubikmeter (1987) um 22 Prozent auf 240 Millionen
Kubikmeter gesteigert. Der Laubholzanteil wuchs von 47 Prozent (1987)
auf 57 Prozent. Der Anteil der Mischbestände steigerte sich im selben
Zeitraum um 17 Prozent auf 79 Prozent im Jahr 2002.
Holz kann
unter diesen Bedingungen als regenerativer, klimaneutraler und
umweltfreundlicher Rohstoff produziert werden und ist zum wichtigen
Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz geworden.
Wälder sind Hüter der biologischen Vielfalt
In Rheinland-Pfalz haben die Wälder grundsätzlich einen hohen Schutzstatus. Große Teile unterliegen einem differenzierten Schutzregime. Fast 80 Prozent der Natura 2000-Flächen in Rheinland-Pfalz liegen im Wald. 43 Prozent des Staatswaldes und jeweils rund ein Drittel des Kommunal- und Privatwaldes fallen unter diese Schutzgebietskategorie. 5 Prozent sind als besonders geschützte Biotope ausgewiesen. 4 Prozent der Flächen im Staatswald (8000 Hektar) werden vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen. 3,5 Millionen Euro jährlich kostet dieser Nutzungsverzicht.
In rheinland-pfälzischen Wäldern kommen über 43 Baumarten vor.
29 Baumarten sind hier heimisch, 14 Baumarten wurden eingeführt, größtenteils in den vergangenen 100 bis 200 Jahren aus Nordamerika. Sie haben jedoch, mit Ausnahme der Douglasie, keine flächenmäßige Bedeutung.
Heimische Baumarten
Aspe
Bergahorn
Birke
Buche
Edelkastanie
Elsbeere
Erle
Esche
Europäische Lärche
Fichte
Hainbuche
Kiefer
Kirsche
Mehlbeere
Nuß
Pappel
Roteiche
Fremdländische Baumarten
Sommerlinde
Speierling
Spitzahorn
Stieleiche
Traubeneiche
Ulme
Vogelbeere
Wacholder
Weide
Weißtanne
Wildbirne
Winterlinde
Douglasie
Edel-Tanne
Japan
Sicheltanne
Japanische
Lärche
Küsten-Tanne
Mammutbaum
Omoricafichte
Robinie
Schwarzkiefer
Sitkafichte
Thuja
Tsuga
Weymouthskiefer
Lärchen, andere
Über diese Baumarten hinaus gibt es Einzelvorkommen seltener Baumarten wie Eibe oder Wildobst.
Delegierte der UN-Artenschutzkonferenz besuchten Rheinland-Pfalz.
In Bonn wurde nach Lösungen gesucht, wie das Artensterben, verbunden mit dem jährlichen Verlust von ca. 13 Millionen Hektar Primärwäldern – mehr als die Waldfläche Deutschlands – zu stoppen ist. Ca. 20 Prozent der CO2-Emissionen, die die globale Erwärmung beschleunigen, gehen auch auf Brandrodungen vor allem in den Tropen zurück. Zur Lebensraumzerstörung und zum Artenverlust kommt die Degradation der Böden innerhalb kurzer Zeit hinzu.
Umwelt- und Forstministerin Conrad hatte die Konferenzteilnehmer zu Exkursionen nach Rheinland-Pfalz, an die Mosel und an den Mittelrhein, eingeladen, um Beispiele naturverträglicher und die Vielfalt fördernder Bewirtschaftungsformen vorzustellen. Dabei erläutern Forstpraktiker und Forscher der Landesforsten vor Ort, wie eine auf dem Prinzip „Schutz durch Nutzung“ basierende naturnahe Waldwirtschaft zur Förderung der Biodiversität beiträgt.
Holz wird zur knappen Ressource
Der Pro-Kopf-Holzverbrauch in der Bundesrepublik liegt bei 1,2 Kubikmeter pro Jahr. Nach wie vor wird für 34 Prozent der Papierproduktion Holz verwendet. Die Altpapier-Quote des gesamten in Deutschland hergestellten Papiers lag 2005 bei 66 Prozent.
Weltweit nutzen 6,5 Milliarden Menschen jedes Jahr rund 3,3 Milliarden Kubikmeter Holz - etwa die Hälfte dessen, was die Industrienationen verbrauchen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern – so z.B. in Ruanda - wird das meiste Holz für elementare Bedürfnisse wie Kochen und Heizen verwendet. Und der Bedarf wird mit wachsender Weltbevölkerung und höheren Lebensstandards zunehmen. Holz wird zur knappen Ressource und der Druck auf die Nutzung des Holzes kann global zur weiteren Gefahr für die Urwälder werden.
Conrad: „Naturnaher Waldbau kann Vorbild für nachhaltige Holzproduktion sein. Auch „Agro-Forst-Konzepte“ – die Verbindung von Feldfrüchte-Anbau und von nutzbaren Hölzern – ist in Ländern wie Ruanda eine Option, um den Holzbedarf zu decken und die Reste der Regenwälder zu schützen.“
Mainz 12. Juni 2008
Staatssekretärin Jacqueline Kraege: „Energieeffiziente Gebäude brauchen die Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren“
Aktuelle
Entwicklungen im Bereich der Energieeffizienz sowie Umsetzungsbeispiele
aus dem Gebäudebereich sind Schwerpunkt der diesjährigen Tagung der
rheinland-pfälzischen Energieagentur EOR (Effizienz Offensive Energie
Rheinland-Pfalz e.V.) an der Technischen Universität Kaiserslautern.
Gemeinsam mit dem Umweltministerium wird dort das Thema
„Energieeffizienz von der Vision zur Umsetzung in Vorträgen und
Ausstellungen praxisorientiert dargestellt. Umweltstaatssekretärin
Jacqueline Kraege eröffnete heute das EOR-Forum 2008 vor über 150
Zuhörern.
„Energieeffizienz darf keine Vision bleiben – aus
ökologischen und ökonomischen Gründen dürfen wir uns das gar nicht
leisten,“ stellte Staatssekretärin Kraege in ihrer Rede fest und
forderte: „Wir müssen die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen voranbringen
und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit auf den globalisierten Märkten
erhalten.“
Die Landesregierung geht mit in ihren eigenen Gebäuden mit gutem Beispiel voran – so hat das Umweltministerium zum Beispiel ein Energie-Gewinn-Gebäude an der Forschungsanstalt für Waldökologie in Trippstadt realisiert. Die landesweite Energiesparkampagne Kampagne „Unser Ener macht mit – Unsere beste Energie ist gesparte Energie“ informiert darüber, wie Neubauten und Sanierungsobjekte energieeffizient werden und damit enorme Energiekosten zu sparen sind.[ www.unser-ener.de ] Nullheizkostenkonzepte sowie der Energie-Gewinn-Standard – das sind Gebäude, in und an denen mehr Energie produziert als in ihnen verbraucht wird, sind heute für den Neubau und die Sanierung die Antworten auf immer astronomischere Preise bei den fossilen Energieträgern.
Energieeffizienz, so machte das EOR-Forum klar, geht mit der Erschließung neuer Geschäftsfelder einher. Kraege: „Know-How made in Germany war auf den Weltmärkten immer gefragt und hoch geschätzt. Der Markt für energieeffiziente Produkte und Konzepte wird nicht zuletzt auf Grund der massiv gestiegenen Energiepreise, deutlich wachsen.“
Staatssekretärin Kraege betonte die notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen. Wer baue, müsse vom ersten Planungsschritt an eine intensive Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieuren, Baufirmen und Handwerk auf den Weg bringen. „Ziel ist es, Energieeinsparung und architektonischen Anspruch zu verbinden. Damit dies funktioniert, muss die interdisziplinäre Zusammenarbeit bereits an den Hochschulen sowie zwischen den Gewerken des Handwerks frühzeitig begonnen werden“, so Kraege.
Mainz 20. Mai 2008
„Auch als Medienpolitiker muss man sich mit dem Thema Klimaschutz auseinander setzen. Zwei Prozent der weltweiten C02-Emissionen gehen auf das Konto der Informationstechnik, dieser Wert entspricht dem CO2-Ausstoß aller Flugzeuge der Welt. Eine einzige Suchanfrage in Google verbraucht soviel Strom wie eine Energiesparlampe in einer Stunde. Die IT-Konsolidierung in der Landesverwaltung leistet einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz und hilft darüber hinaus Kosten einzusparen", stellte der medienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Heribert Heinrich im Anschluss an die heutige Sitzung des Ausschusses für Medien und Multimedia fest.
Die Anstrengungen der Zentralstelle für IT und Multimedia, ein sorgfältig abgestimmtes Gesamtpaket zu schnüren, das zudem noch den wichtigen Aspekt der optimalen IT-Sicherheit beinhalte, seien begrüßenswert. Allein die Konsolidierung der Rechenzentren biete zahlreiche Vorteile. So habe die bereits abgeschlossene Überführung des Rechenzentrums des Landesbetriebs Forsten in den Landesbetrieb Daten und Information rund 500.000 € gespart. Die Anbindung aller Außenstellen der ca. 500 Forstreviere über das rheinland-pfälzische Netz habe die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit der Behörde bereits deutlich verbessert.
"Was in Rheinland-Pfalz auf den Weg gebracht wurde, ist bundesweit ein Novum und wird länderübergreifend in Fachkreisen mit Respekt zur Kenntnis genommen. Das Land übernimmt hier eine beispielgebende Vorreiterrolle“, erklärte der Abgeordnete.
Für genauso wichtig wie den Aspekt der Energieeinsparungen hält Heinrich das Thema IT-Sicherheit, das in Rheinland-Pfalz höchste Priorität besitze. Der dezentrale Betrieb von Servern in Behörden und Dienststellen sei mit einer Reihe von Problemen behaftet. Ein zentraler Betrieb biete eine bessere Infrastruktur etwa über leistungsfähige Klimatisierung, Absicherung in Notfällen, z.B. bei einem Stromausfall, und garantiere damit eine effiziente und sichere Arbeitsweise.
"Gerade Flächenverwaltungen mit hoheitlichen Kernaufgaben wie Polizei, Justiz und Finanzverwaltung gehen täglich mit hochsensiblen personenbezogenen Daten um, die mit geeigneten technischen und organisatorischen Maßnahmen vor unbefugtem Zugriff und missbräuchlicher Nutzung geschützt werden müssen. Die IT-Konsolidierung der Landesregierung bietet diesen Schutz mit ihrem Programm in vollem Umfang", lobte Heinrich abschließend.
Mainz 19. Mai 2008
Umweltministerin Margit Conrad: „Wärme durch Sonnenenergie mit überdurchschnittlichem Wachstum in Rheinland-Pfalz“
Immer mehr Rheinland-Pfälzer setzen auf die Zukunftsenergie der Sonne, um Wasser zu erwärmen und die Heizung zu unterstützen. Im vergangenen Jahr wurden in Rheinland-Pfalz über 30.000 Quadratmeter Kollektorfläche für die solarthermische Nutzung installiert (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). „Damit liegt Rheinland-Pfalz bezogen auf die Einwohnerzahl 20 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt der installierten Kollektorfläche“, stellt Umweltminister Margit Conrad fest. „Wir wollen die erneuerbaren Energien im Wärmemarkt bis 2020 verdreifachen. Dass sich die Menschen überdurchschnittlich für die solare Wärme entscheiden, ist auch ein Erfolg der Energiesparkampagne „Unser Ener“. Wir informieren und beraten Bürgerinnen und Bürger intensiv über die Vorteile der energieeffizienten Modernisierung und Sanierung sowie über die Vorteile der erneuerbaren Energien. Das macht sich bemerkbar.“
Attraktive Förderungen aus dem Marktanreizprogramm unterstützen die Errichtung von Solarwärmeanlagen im Neubau und bei der Sanierung bestehender Heizungsanlagen. Dennoch werde das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft – gerade bei den brennstofffreien Energien“, so Conrad. „Angesichts der dramatischen Entwicklung auf den Märkten und bei den Preisen sind diese Energien neben Sparen die einzig mögliche Antwort.“
Zur bundesweiten „Woche der Sonne“ hatte Umweltministerin Conrad Gerhard Stryi-Hipp vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) nach Mainz eingeladen. "Der Start in das Jahr 2008 war für die Solarenergie gut", stellte Stryi-Hipp fest. "In den Monaten Januar bis März 2008 lag die bundesweit neu installierte Kollektorfläche für Solarwärmeanlagen um 20 Prozent höher als im Vorjahr. Insbesondere haben die Anlagen zugelegt, die zusätzlich zur Warmwasserbereitung auch zur Raumheizung beitragen, diese hatten einen Zuwachs von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Neben den explodierenden Heizkosten entfaltet die bis zur Jahresmitte befristete Sonderförderung beim Austausch veralteter Heizkessel in Höhe von 750 Euro ihre Wirkung. Auch im Bereich Solarstrom ist die Nachfrage weiter deutlich gestiegen. Angesichts der Unsicherheiten bei der künftigen Energieversorgung sprechen sich immer mehr Bürger für den Einsatz der klimafreundlichen Solarenergie aus. Deshalb ist die Information der Bürger über Technik und Fördermöglichkeiten ein wichtiger Schwerpunkt der Woche der Sonne." 170 Veranstaltungen informieren im Land zur Woche der Sonne Die „Woche der Sonne“ ist eine bundesweite Initiative des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V (BSW). In Rheinland-Pfalz finden in der „Woche der Sonne“, die noch bis zum 25. Mai dauert, über 170 Veranstaltungen in über 80 Städten und Gemeinden statt. Informationen über das Angebot gibt es auf der Internetseite
[ www.unser-ener.de ] sowie [ www.woche-der-sonne.de ]
Vielerorts ist die Energiesparkampagne des Landes Kooperationspartner. Conrad: „Wir haben unser Beratungsangebot zur Solarenergie ausgebaut.“ Mit Unterstützung des Umweltministeriums bietet die Verbraucherzentrale spezielle Beratung zu Solaranlagen an.
Auch wirtschaftlich sonnige Aussichten für Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz hat mit hohen Solarstrahlungswerten gute Voraussetzungen zur Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie. Im bundesweiten Vergleich liegt Rheinland-Pfalz nach den beiden Südländern Bayern und Baden-Württemberg auf einem erfreulichen dritten Platz bei der installierten Photovoltaikleistung pro Einwohner. Photovoltaik hatte 2007 einen Anteil von 4% an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (BMU 2008). Auch in Rheinland-Pfalz wächst die Zahl der Anlagen, die Sonnenstrom erzeugen, rasant. 2005 gab es in Rheinland-Pfalz 7.244 Photovoltaikanlagen, 2007 waren es schon 11.843 Anlagen - was einer Steigerung von 63,5 Prozent entspricht. Die installierte Photovoltaikleistung in Rheinland-Pfalz erhöhte sich zwischen 2005 und 2006 von 72 MW auf 132 MW - einer Erhöhung um 82,7 Prozent. Die zunehmende Nutzung von Solarstrom ist wirtschaftlich nicht nur für die Anlagenbetreiber interessant, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor mit überdurchschnittlichem Zuwachs an Arbeitsplätzen.
Deutschlandweit wurden 2007 4,675 Milliarden Euro in Neuanlagen investiert. Die Anzahl der Beschäftigten im Bereich der Solarenergie stieg um 10.500 auf insgesamt rund 57.000 (2007). Eines der weltweit größten Aufdach-Solarkraftwerke aus Dünnschicht-Modulen hat Umweltministerin Conrad 2007 im westpfälzischen Ramstein eingeweiht. Auf einer 90.000 Quadratmeter großen Dachfläche einer Lagerhalle sind mehr als 37.000 Dünnschicht-Module mit einem Investitionsvolumen von 9,5 Millionen Euro installiert worden. Das Land nutzt Solarenergie auf zahlreichen landeseigenen Gebäuden. 26 Photovoltaikanlagen mit über 1800 kW/Peak erzeugen auf über 13.000 Quadratmetern Modulfläche umweltfreundlich Strom. 6 neue Anlagen sollen 2008 hinzukommen (u.a. in Speyer, Worms, Mainz und Zweibrücken). Auf über 500 Quadratmetern Kollektorfläche erzeugen 13 solarthermische Anlagen Wärme, auch hier ist 2008 ein weiterer Ausbau geplant.
„Unser Ener“ bietet Rat und Qualifikation zu Sonnenenergien Die Energiesparkampagne „Unser Ener macht mit“ setzt mit ihrem Partnernetzwerk aus Energieberatern, Handwerkern, Ingenieuren, Architekten, der Verbraucherzentrale, der EffizienzOffensive Energie (EOR) Rheinland-Pfalz und vielen mehr auf Beratungsangebote von Hauseigentümern einerseits und auf Qualifizierung in der Branche andererseits. So lud das Umweltministerium in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Architektenkammer zu der Fachtagung „Zukunft Solarachitektur“ ein. Über 400 Architekten, Ingenieure und Planer informierten sich, wie Solarenergienutzung und ansprechende Gestaltung der Gebäude zu vereinen sind. Seit vielen Jahren findet im Herbst überdies die Solartagung am Umwelt-Campus Birkenfeld statt, die über neue technische Entwicklungen in Solarthermie und Photovoltaik informiert. In diesem Jahr erweitert sich das Unser-Ener-Netzwerk unter anderem um die Wohnungswirtschaft. „Wir wollen die energetische Sanierung auch im Mietwohnungsbau voranbringen – im gemeinsamen Interesse von Mietern und Vermietern“, so Ministerin Conrad. www.unserener.de
Rheinland-Pfalz fördert Einsatz von erneuerbaren Energien Das seit Mai 2007 laufende Förderprogramm „Energieeffiziente Neubauten“ des Umweltministeriums ist ein Erfolg: Anträge für über 330 Wohnungen in Passivhaus- oder Energiegewinnstandard sind bisher eingegangen worden. Bei allen über 300 Wohnungen in Energiegewinnhäusern wird Solarenergienutzung realisiert – so erzeugen diese Gebäude mehr Energie als sie verbrauchen. Umweltministerin Conrad „Die Gebäude in unserem erfolgreichen Förderprogramm sind Häuser mit Zukunft, die keine fossilen Energien mehr benötigen und die Heizkosten langfristig kalkulierbar machen“.
Daten zu Sonnenenergie aus Rheinland-Pfalz in Kürze Solarthermie: Solarthermie erzeugte in Deutschland 2007 rund 3700 Megawattstunden Wärme. Die gesamte in Deutschland installierte Kollektorfläche betrug 2007 rund 9,6 Millionen Quadratmetern (ca. 1.345 Fußballfeldern). Nahezu 6 Prozent aller Wohngebäude nutzen momentan diese umweltfreundliche Energie. Der Anteil der Solarthermie an der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien betrug im Jahr 2007 4,1 Prozent. In den letzten sechs Jahren wurden in Rheinland-Pfalz über 21.000 solarthermische Anlagen installiert. Auf über 500 Quadratmetern Kollektorfläche werden auf Gebäuden des Landes solarthermische Anlagen betrieben.
Im Jahr 2007 wurden bundesweit insgesamt 725 Millionen Euro in die Installation von Neuanlagen investiert. In Rheinland-Pfalz wurden in den Jahren 2005 und 2006 jeweils über 100 Mio. Euro in solarthermische Anlagen investiert. Nach jüngsten Erhebungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden in Deutschland seit Jahresbeginn 2008 über 20.000 Solarheizungen installiert. Die neu installierte Solarkollektorfläche lag in den Monaten Januar bis März 2008 über 20 Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. Insbesondere Solaranlagen, die neben der Warmwasserbereitung auch zur Raumheizung beitragen, verzeichneten mit einem Vorjahresplus von rund 50 Prozent einen guten Saisonstart.
Photovoltaik: Die Stromerzeugung per Photovoltaik in Deutschland ist in den letzten 10 Jahren (1996-2007) um den Faktor 218 gestiegen (von 16 Gigawattstunden 1996 auf 3500 Gigawattstunden in 2006). Die installierte Leistung steigerte sich in demselben Zeitraum von 24 Megawatt peak auf 3760 Megawatt peak. Der Anteil der Photovoltaik an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg damit auf einen Anteil von 4 Prozent.
Die Investitionssumme in Neuanlagen
betrug in Deutschland 2007 insgesamt 4,675 Milliarden Euro. Die Umsätze
in Verbindung mit dem Anlagenbetrieb betrugen im selben Zeitraum 1,855
Mrd. Euro.
2005 belief sich die Anzahl der Strom einspeisenden
Photovoltaikanlagen in Rheinland-Pfalz auf 7.244 und stieg im Jahr 2007
auf 11.843 Anlagen, dies entspricht einer Steigerung von 63,5 Prozent.
Ende 2006 waren in Rheinland-Pfalz Photovoltaikanlagen mit einer gesamten installierten Leistung von 131 Megawatt in Betrieb. Mit einer installierten Leistung von 32,3 Watt pro Einwohner lag Rheinland-Pfalz 2006 bundesweit auf dem dritten Platz.
An vielen Standorten werden in Rheinland-Pfalz auf Dächern von Liegenschaften des Landes Photovoltaik-Anlagen betrieben. Die installierte Gesamtleistung beträgt etwa 1.800 kWpeak.
Zu den größten Solarkraftwerken im Land zählen das Solarkraftwerk Sembach (4 MWpeak), das PV-Kraftwerk in Ramstein (2,5 MWpeak), eine 3 MWpeak-Anlage in Longuich und eine Dachanlage in Bad Kreuznach (2,2 MWpeak). Weitere Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über einem Megawatt befinden sich in Kaiserslautern, Landau, Hettenleidelheim, Neustadt sowie eine zweite Anlage in Bad Kreuznach. Der Ausbau geht weiter, die aktuell größte Anlage mit 7,5 MW Spitzenleistung soll bis August 2008 in der Gemeinde Kenn (Kreis Trier-Saarburg) entstehen.
Die Anzahl der Beschäftigten im Bereich der Solarenergie stieg bundesweit um 10.500 Stellen auf insgesamt 50.700 im Jahr 2007, davon in Rheinland-Pfalz über 1.700 allein im Bereich Photovoltaik.
Der Gesamtumsatz aus Investition und Betrieb belief sich im Jahr 2007 auf einen Wert von 7,255 Mrd. Euro, dies entspricht einem Anteil von 29,5 Prozent des Gesamtumsatzes von 24,6 Mrd. Euro im Bereich der erneuerbaren Energien.
Woche der Sonne in Rheinland-Pfalz: Aktivitäten siehe [ www.woche-der-sonne.de ]
Mainz 09. Mai 2008
Umweltministerin Margit Conrad und Prof. Edda Müller von der Jury Umweltzeichen starten Städtetour durch Deutschland in Mainz
Der „Blaue Engel“ feiert 2008 Geburtstag: Seit 30 Jahren steht der Blaue Engel als erstes und bekanntestes Umweltzeichen für nachhaltige und innovative Produkte sowie für verantwortungsbewussten Konsum. Mit der „Aktion 30 Jahre Blauer Engel: Auch Du kannst Deine Welt verändern“, einer Aktion des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes sowie der Jury Umweltzeichen, geht der Blaue Engel von Mai bis August 2008 mit einem Aktionsbus auf Deutschlandtour. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium begleitet die Kampagne und unterstützt fünf Aktionstage in Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, den Blauen Engel und die mit ihm ausgezeichneten Waren und Dienstleistungen verstärkt in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Den Startschuss für die bundesweite Kampagne gaben am 9. Mai in Mainz die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad und Prof. Dr. Edda Müller, die „Mutter“ des Blauen Engels und stellvertretende Vorsitzende der Jury Umweltzeichen. „Der Blaue Engel ist ein Markenzeichen für umweltbewusste innovative Unternehmen und damit Teil einer zukunftsorientierten regionalen Wirtschaftsförderung“, betonte Prof. Dr. Edda Müller.
Umweltministerin Margit Conrad hob auch als Vorsitzende der Umweltministerkonferenz die Bedeutung des Blauen Engel für Unternehmen hervor: „In Rheinland-Pfalz kennzeichnen derzeit 20 Hersteller über 350 Produkte mit dem Umweltzeichen. Als Vorsitzende der Umweltministerkonferenz ist es mir ein besonderes Anliegen, dass künftig noch mehr Unternehmen nach den Kriterien des Blauen Engels produzieren. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können über ihre Kaufentscheidung die Welt positiv verändern! Wenn die Regenwälder verschwinden, hat dies auch etwas mit unserem Konsum zu tun.“
Beim Halt in Mainz konnten Neugierige im Aktionsbus selbst aktiv werden. Es gibt dort eine blaue Couch, wo Prominente sowie Bürgerinnen und Bürger Platz nehmen und ihren Geburtstagsgruß für den Blauen Engel mit der Kamera filmen lassen können. Auf der Aktionsseite im Internet unter www.blauer-engel.de sitzen anschließend alle Gratulanten gemeinsam auf dem längsten virtuellen Sofa der Welt.
Prof. Dr. Müller sieht in der Aktion eine Chance für den produktorientierten Umweltschutz: „Auch Du kannst Deine Welt verändern – im Namen der Jury Umweltzeichen wünsche ich, dass diese Botschaft viele Menschen erreicht und nicht zuletzt neue Ideen und Anregungen bringt, um unsere Arbeit für eine umweltfreundliche und nachhaltige Produktion und einen verantwortungsbewussten Konsum mit verstärktem Elan fortzusetzen und in Zukunft noch besser zu machen.“
Seit seiner Einführung im Jahr 1978 steht der Blaue Engel für Innovation und wegweisende Anforderungen an Waren und Dienstleistungen im Sinne des Umwelt-, Verbraucher- und Gesundheitsschutzes. Aktuell tragen rund 10.000 Produkte und Dienstleistungen von cirka 950 Zeichenanwendern in 80 Produktgruppen den Blauen Engel. Weitere Informationen über die Jubiläumskampagne und über den Blauen Engel stehen unter [ www.blauer-engel.de ] zur Verfügung.
Weitere Stationen der Rheinland-Pfalz-Tour
13. Mai, 11 Uhr bis 18 Uhr Koblenz, Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche
14. Mai, 11 Uhr bis 18 Uhr Trier, Viehmarkt
15. Mai, 11 Uhr bis 18 Uhr Ludwigshafen, Berliner Platz
22. Juni, Bingen, Landesgartenschau
Mainz vom 25. April 2008
Mit Baldauf, Gebhart und der rheinland-pfälzischen CDU zurück ins Atom-Wunderland – Mühlheim-Kärlich, wo liegt das?
Zu dieser Erkenntnis kommen Margit Mohr, energie- und wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion sowie der Obmann der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission „Klimawandel“, Alfons Maximini, nach der jüngsten Pressemeldung der CDU zur aktuellen energiepolitischen Debatte.
„Bei der CDU siegt nun endgültig die Parteitaktik über Sinn und Verstand. Was die CDU hier fabriziert, ist nichts anderes als ganz billiger Populismus. Warum schreibt Herr Gebhart keinen Brief an seine Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel? Denn seine Kritik ist zu hundert Prozent eine Kritik der Klimapolitik der Bundesregierung. Auch die Bundeskanzlerin, ja die gesamte Große Koalition unterstützt den Bau neuer Kohlekraftwerke.
Warum schreibt Herr Gehart nicht einen Brief nach Nordrhein-Westfalen und lädt seine Landtagsabgeordnetenkollegen von dort ein? Diese haben sich erst vor wenigen Tagen für eine Modernisierung des Kraftwerkparks und für den Bau neuerer und sauberer Kohlekraftwerke ausgesprochen.“
Was die CDU hier in Rheinland-Pfalz will, wird immer deutlicher. Es ist die Rückkehr zur Atomkraft. Hinterrücks will man den Atomkonsens kündigen. Für die rheinland-pfälzische CDU scheint diese Sache einfach: Die Atomkraftwerke stehen ja nicht hier, sondern in anderen Bundesländern. Sankt Florian lässt grüßen!
Ein Blick nach Mühlheim-Kärlich genügt, damit klar wird, dass eine Rückkehr zu einer solch gefährlichen Energieform nicht die Antwort sein kann“, so die beiden SPD-Landtagsabgeordneten einhellig.
Mainz vom 25. April 2008
Maximini: Doppelstrategie der CDU beim Klimawandel spielt Atomlobby in die Tasche
„Was ist denn die von der rheinland-pfälzischen CDU gebetsmühlenhafte wiederholte Doppelstrategie in der Energie- und Klimawandeldebatte vielmehr als ein Plädoyer für eine Verlängerung der Laufzeiten von alten Atomkraftwerken oder gar den Bau neuer Atommeiler in Deutschland? Wenn sich die CDU beim Ausbau erneuerbarer Energien, wie beispielsweise der Windkraft, immer wieder als der Bedenkenträger und damit Blockierer erwiesen hat und wenn man nun gegen Energie aus bezahl- und lieferbare Kohle ist, dann ist man letztenendes gegen Stromerzeugung überhaupt oder, wie im Fall der CDU in Rheinland-Pfalz, eben für Atomkraft“, so Alfons Maximini, Obmann der SPD-Landtagsfraktion in der Enquete-Kommission „Klimawandel“.
„Von einem Bewahren der Schöpfung kann niemand reden, wenn man durch das eigene politische Handeln eine solch gefährliche und zukunftslose Energieform wie die Atomkraft weiterführen will.
Es fehlt nicht viel, und die selbsterklärten Bewahrer der Schöpfung, die Herren Baldauf, Schreiner und Co., könnten mit ihrem Heiligenschein die Stadt Mainz ganz allein mit Licht versorgen “, betont Maximini.
„Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um das Kohlekraftwerk in Mainz und das skandalöse Umfallen der CDU in dieser Frage finde ich es nur schwer erträglich, dass dieses böse Spiel mit der wirtschaftlichen Zukunft von Stadt, Land und vielen Arbeitsplätzen nun ungestraft als Bewahrung der Schöpfung gepriesen wird. In Wahrheit soll hier durchs Hintertürchen und fatalerweise mit dem Beifall der Grünen der Atomkonsens aufgeweicht werden“, so Maximini.
Maximini: „Insgesamt ist es erfreulich, dass die bisherigen Sachverständigenanhörungen im Rahmen der Enquete-Kommission „Klimawandel“ gezeigt haben, dass Panik und Aktionismus in der Frage der Herausforderungen des Klimawandels unangebracht sind. Dies sollte auch bei der Diskussion eines zukünftigen Energiemixes gelten. Deswegen ist es mir unverständlich, wie und in welcher Weise sich die rheinland-pfälzische CDU in der aktuellen Energiedebatte verhält. Für eine plakative Schlagzeile und einen scheinbaren Erfolg fällt eine sachgerechte Auseinandersetzung mal schnell hinten runter.
Ich warne davor, dass die bislang gute Arbeit in der Enquete-Kommission ‚Klimawandel’ ein gleiches Schicksal erleidet und für populistisches Taktieren oder instrumentalisierte Argumente über Bord geworfen wird.“
Mainz vom 21. April 2008
„Energieeinsparung und Energieeffizienz in Gebäuden ist unsere Antwort auf steigende Energiepreise“ - Fachtagung mit der Wohnungswirtschaft in Mainz-Budenheim
Steigende Energiepreise belasten zunehmend die Menschen in Rheinland-Pfalz. Die Mietnebenkosten haben sich seit 2003 nahezu verdoppelt. Der Deutsche Mieterbund spricht bezüglich der Nebenkosten von einer zweiten Miete. Die technisch und wirtschaftlich möglichen Sanierungsmaßnahmen standen im Mittelpunkt der heutigen Fachtagung „Energetische Modernisierung von Mietwohnungsbeständen“ in Schloss Waldthausen bei Mainz.
Aus sozialer, ökologischer und ökonomischer Sicht besteht Handlungsbedarf, um die Auswirkungen weiter steigender Energiepreise zu begrenzen. „Unser Ziel ist, dass mehr und besser saniert wird. Bei Sanierungen und im Neubau sollte mindestens das umgesetzt werden, was heute schon wirtschaftlich ist“, betonten Umweltministerin Margit Conrad und Finanz- und Bauminister Prof. Dr. Ingolf Deubel.
Für die Wohnungswirtschaft in Rheinland-Pfalz sind umfassende energetische Sanierungen längst kein Neuland mehr. Bei der Tagung präsentierten die WBG Woh-nungsbaugesellschaft aus Neustadt an der Weinstraße, die Gemeinnützige Wohnungsbau und Siedlungs GmbH in Speyer und die Gemeindliche Siedlungs-Gesellschaft mbH in Neuwied Beispiele, in denen die fossilen Energieträger durch erneuerbare Energie abgelöst wurden.
Burghard Schneider, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen: „Die deutsche Wohnungswirtschaft hat seit 1990 etwa die Hälfte ihrer 6,3 Millionen Wohnungen energetisch modernisiert und dadurch den Energieverbrauch bis 2005 um 14 Prozent gesenkt. Damit hat die Wohnungswirtschaft das Kyoto-Ziel - bis 2012 den Energieverbrauch um 12 Prozent zu senken - bereits sieben Jahre früher übertroffen.“
Das Land Rheinland-Pfalz hat im Jahr 2007 Modernisierungen in so hohem Umfang gefördert wie noch nie zuvor. Das Kreditvolumen in den Modernisierungsprogrammen der sozialen Wohnraumförderung lag bei 32 Millionen Euro, gegenüber 21,8 Millionen Euro in 2006. Zugleich gab es eine gegenläufige Bewegung bei der Zahl der geförderten Wohneinheiten: Sie lag in 2007 mit 2.517 deutlich unter den 4.160 Wohneinheiten des Jahres 2006. Die durchschnittliche Investitionssumme pro Wohneinheit schnellte damit in 2007 steil nach oben und verdoppelte sich fast auf 12.741 Euro.
„Vor allem wegen der hohen Energiepreise gehen viele Hauseigentümer und Wohnungsbaugesellschaften eine Sanierung energisch an“, sagte Finanzminister Deubel. „Hier kann Klotzen statt Kleckern sehr viel Sinn machen.“
Beim Modernisieren fördert das Land zum Beispiel die Wärmedämmung der Fassade oder – wenn dadurch der Energiebedarf um 20 Prozent sinkt - den Ersatz der älteren Zentralheizung oder den Einbau neuer Fenster. Unterstützt wird auch der Einbau von Anlagen und Technologien, die alternative oder regenerative Energien nutzen wie Solarthermie, Biogas, Holzpellets oder Holzhackschnitzel. Auch Wärmepumpen können gefördert werden.
Im Mai letzten Jahres startete zudem ein Förderprogramm des Landes für energieeffiziente Neubauten. Das Umweltministerium stellt 2 Millionen Euro zum Neubau von Passiv- und Energiegewinngebäuden zur Verfügung. Derzeit werden über 100 Wohnungen in diesem Standard neu errichtet. Dieses Programm ist auch für größere Wohngebäude, also auch im Mietwohnungsbau nutzbar.
Die Energiesparkampagne „Unser Ener macht mit – Unsere beste Energie ist gesparte Energie“ hat sich etabliert. „Sie ist unsere Antwort auf steigende Energiepreise auch im Mietwohnungsbau“, sagte Umweltministerin Conrad. „Vor gut einem Jahr haben wir die breit angelegte Kampagne „Unser Ener“ vorgestellt. Alle Interessierten können sich beraten lassen und Kontakte zu Fachberatern und Fachkräften knüpfen“. Eines der wichtigsten Ziele der Kampagne sei die Verbesserung der Qualität beim energetisch hochwertigen Bauen und Sanieren. „Es freut mich ganz besonders, dass jetzt auch die Verbände der Wohnungswirtschaft in diesem Netzwerk mit dabei sind – ich bin sicher dass Ihre Mitarbeit die Arbeit des Netzwerks bereichert“.
Conrad wies auch auf das Förderprogramm „energieeffiziente Neubauten“, das Spitzenstandards im Baubereich unterstütze und damit Know-how bei den Akteuren im Land schaffe. „Mit zahlreichen Fachveranstaltungen im Land wurde und wird gemeinsam mit den Partnern ein breites Fortbildungsangebot aufgebaut. Beim Energieberatertag, der Wärmepumpentagung, „Bauen mit Holz und Sonne“ oder der vor wenigen Wochen durchgeführten Fachveranstaltung Solararchitektur wurden Fachleute über Bauen, Sanieren und die Nutzung erneuerbarer Energien informiert und aktiviert.“
Burghard Schneider, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen sagte: „Die Wohnungswirtschaft will die in Gang gekommene positive Entwicklung fortsetzen. Das wird sie aber nur tun können, wenn das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sie nicht durch Vorschriften daran hindert, die die Wirtschaftlichkeit und die Wahlfreiheit der energetischen Investitionen außer Acht lassen. Die professionell-gewerbliche Wohnungswirtschaft mit etwa 30 Prozent des deutschen Mietwohnungsbestandes begreift sich insoweit als Partner der Politik, wenn es gilt, die Energieeffizienz und die Nutzung der erneuerbaren Energie zu steigern. Ihr Hauptaugenmerk sollte die Politik deshalb auf die Hobby-Vermieter oder selbst nutzenden Eigenheimbesitzer mit ihren ca. 30 Millionen Wohnungen richten.“
Mainz vom 11. April 2008
Maximini: Im Gegensatz zum Klimawandel bleiben die diversen Pressekonferenzen der CDU zu diesem Thema eher folgenlos
„Wenn man die Folgen des Klimawandels so sicher vorhersagen könnte, wie die Inhalte und Zeitpunkte der Pressekonferenzen der rheinland-pfälzischen CDU zu diesem Thema, würde das vielen Klimaforscherinnen und ?forschern die Arbeit erleichtern. Anders als beim Klimawandel, kann man bei der CDU und ihren inflationären Pressekonferenzen fast schon klare Prognosen für die Zukunft stellen. Bezogen auf die noch absehbare Dauer der Enquete-Kommission „Klimawandel“, könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass die interessierte Öffentlichkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mit bis zu vier Pressekonferenzen der CDU rechnen kann“, so der Obmann der SPD-Landtagsfraktion in der Enquete-Kommission, Alfons Maximini, zur heutigen Pressekonferenz der CDU.
„Ich war einigermaßen gespannt, was seit der Pressekonferenz der CDU vor wenigen Wochen heute wohl verkündet werden würde. Das Ergebnis hat mich freilich kaum überrascht: Viele altbekannte und unkonkrete Aussagen, die so oder ähnlich schon mal wiedergegeben wurden. Das ist für die Arbeit der Enquete-Kommission nicht hilfreich“, so Maximini.
„Sei es ein wie auch immer gearteter ‚Hochwasserfonds’ oder die Forderung nach einem ach so wohlklingenden ‚Klimaänderungsfaktor’. Auch hier keine Idee der CDU, wer in einen solchen Fonds einzahlen oder wer letztlich einen Klimaänderungsfaktor bezahlen soll. Meint die CDU die betroffenen Kommunen, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger oder wen? Hier bleibt die CDU sprachlos“, hebt Maximini hervor.
„Obwohl die Enquete-Kommission ihre Anhörung zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit der Menschen noch gar nicht durchgeführt hat, scheint die CDU auch hier schon ihre Antworten in der Tasche zu haben. Es wird von einer Risikoanalyse im Hinblick auf die Zunahme möglicher Krankheitsüberträger fabuliert. Auch hier bleibt die CDU nebulös.“
Maximini: „Das ist die Klimapolitik der rheinland-pfälzischen CDU: Populistisch und unkonkret.“
„Fakt ist: Um sich auf die negativen Folgen des Klimawandels einstellen zu können ist seriöses Handeln gefragt. Das tut die Landesregierung in vielen Projekten und ganz aktuell mit der Veröffentlichung ihres Klimaschutzberichts und der erst vor wenigen Tagen vertraglich abgesicherten Zusammenarbeit mit dem renommierten Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung in Sachen ‚KlimaLandRP’. Die Landesregierung hat dabei die volle Unterstützung der sie tragenden Landtagsfraktion“, so Maximini abschließend.
Mainz vom 08. April 2008
Energiemanagement
Jahreskongress der kommunalen Energiebeauftragten – Umweltstaatssekretärin Kraege setzt beim Klimaschutz auf die Kommunen
Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen: Klimaschutz und effizientes Energiemanagement stehen deshalb im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses der kommunalen Energiebeauftragten. Neue Verfahren der Energieversorgung und Beispiele aus der Praxis des kommunalen Energiemanagements werden vorgestellt und diskutiert. Die zweitägige Tagung, die dieses Jahr in Kaiserslautern stattfindet, startete heute mit einer Rede von Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege zum Thema „Global denken – lokal handeln. Ein Strategischer Ansatz für Energieeinsparung und Klimaschutz“.
Die Umweltstaatssekretärin erläuterte gleich zu Anfang, dass auch Deutschland vom Klimawandel betroffen sei. Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes hätten einen Temperaturanstieg um rund 0,8 Grad Celsius innerhalb des letzten Jahrhunderts ergeben. Ziel müsse es deshalb sein, den Ausstoß von Klimagasen massiv und zügig zu reduzieren. „Auf der anderen Seite müssen wir Optionen für eine Anpassung an die sich abzeichnenden, nicht mehr aufzuhaltenden Folgen des Klimawandels entwickeln“, so Kraege.
Um weniger CO2 zu produzieren,
müsse man an vier Eckpunkten ansetzen: Energieeinsparung,
Energieeffizienz, erneuerbare Energien und eigene Stromproduktion. Hier
seien es vor allem die Kommunen, die die Bürger zu einem
bewussten
Umgang mit Energie motivieren und über Einsparmöglichkeiten informieren
können. „Global denken – lokal handeln – dies ist eine Strategie bei
der vielfältige Maßnahmen in die Fläche getragen und konkret umgesetzt
werden können“ laut Kraege.
Die Kommunen selbst können bei ihren eigenen Objekten beispielhaft handeln. Hierfür stellt der Bund den Ländern nach Maßgabe des Bundeshaushaltsplans 2008 Bundesmittel zur Förderung der energetischen Modernisierung sozialer Infrastruktur in den Kommunen zur Verfügung. Die Bundesmittel für das Programmjahr 2008 betragen 200 Millionen Euro. Davon entfallen auf Rheinland-Pfalz 9.726 Millionen Euro in den Jahren 2008 und 2009.
m Anschluss stellte Kraege die Projekte der Verbandsgemeinde Neuerburg und Kandel sowie der Stadt Koblenz vor. „Auch die Landesregierung ist Vorbild. Sie setzt auf hohe Standards beim Bau und bei der Sanierung landeseigener Gebäude. Maßstab ist hierbei die Richtlinie zum energieeffizienten Bauen und Sanieren landeseigener Gebäude des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB-Richtlinie). Vor diesem Hintergrund wünsche ich mir, dass auch die Gebietskörperschaften analoge Regelungen zu denen der LBB für ihren Bereich einführen und konsequent umsetzen. Gemeint sind hier interne Baurichtlinien für energiesparendes und energieeffizientes Bauen sowie für ein umfassendes Energiecontrolling in deren Liegenschaften.“
Die Umweltstaatssekretärin stellte am Ende ihrer Rede fest, dass die Technologien für eine effiziente Energieeinsparung und –nutzung vorhanden seien, es aber oftmals an der nötigen Information der Verbraucher mangelt. „An dieser Stelle sind die Kommunen mit ihrer gezielten Information und Beratung der Bürger unersetzlich. Dies haben sie in Rheinland-Pfalz bei der Mitarbeit an der Energieeinsparkampagne Unser Ener gezeigt. Dafür möchte ich ihnen danken“.
Mainz vom 04. April 2008
Wichtiger Schritt für die bessere Erforschung des Klimawandels getan
„Die heute von der Landesregierung vorgestellte Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit dem bekannten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist ein bedeutender Schritt hin zu einer besseren Erforschung der Folgen des Klimawandels. Der gegenseitige Austausch von Erkenntnissen und Möglichkeiten wird beachtliche Impulse in diesem wichtigen Politik- und Forschungsfeld liefern. Dass dafür mit dem Potsdam-Institut ein weltweit anerkanntes Forscherteam gewonnen wurde, ist beispielhaft“, so Margit Mohr, Vorsitzende der Enquete-Kommission „Klimawandel“ des Landtags und energiepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.
Nach Angaben der Landesregierung soll die Zusammenarbeit mit dem Potsdam-Institut schwerpunktmäßig die regionalen Auswirkungen des Klimawandels in Rheinland-Pfalz untersuchen. Es gehe darum, Risiken und mögliche Chancen des Klimawandels zu erkennen sowie nachhaltige Strategien oder Anpassungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das Forschungsprojekt wird vom Umweltministerium getragen und hat ein Gesamtvolumen von ca. 1,8 Millionen Euro für dreieinhalb Jahre, so die Landesregierung.
Mit Blick auf die kommenden Sitzungen der Enquete-Kommission „Klimawandel“ schlägt Mohr vor, dass die Landesregierung die Mitglieder der Enquete umfassend über die geplante Zusammenarbeit mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in Kenntnis setzt und soweit erste Forschungserkenntnisse vorliegen, die Enquete-Mitglieder im Rahmen der Sitzungstermine darüber informiert.
Mainz vom 03. April 2008
Maximini: Klimawandel mahnt uns zum verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur und Artenvielfalt
„In Rheinland-Pfalz steht das Jahr 2008 im Zeichen der Vielfalt des Lebens, der Biodiversität. Es ist wichtig, dass man im Angesicht des Klimawandels den Artenreichtum regional erlebbar macht. Gerade in Rheinland-Pfalz haben wir aufgrund unserer einzigartigen Kulturlandschaften eine besondere Verantwortung“, so Alfons Maximini, Obmann der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission „Klimawandel“.
"Unter dem Motto „Artenvielfalt erleben“ plant die Landesregierung zusammen mit den rheinland-pfälzischen Umweltverbänden eine Fülle an Aktivitäten zur Artenvielfalt für die kommenden Monate. Ich kann nur jeden Interessierten aufrufen, sich auf den Informationsseiten der Landesregierung über die vielen Möglichkeiten und Programmpunkte zu informieren“, betont Maximini.
Maximini: „Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Pressemeldung der FDP zum Thema Biodiversität und Klimawandel umso erstaunlicher. Ohne Würdigung der vielen Maßnahmen und Projekte zu den Themen der Biodiversität in Rheinland-Pfalz, werden plakativ und einseitig Ausgleichflächen für gefährdete Vogelarten gefordert. Ist der FDP nicht bekannt, dass es in Rheinland-Pfalz in diesem Bereich bereits seit Jahren umfangreiche Aktivitäten gibt? Zu nennen sei hier zentral die Umsetzung von Natura 2000 und die Ausweisung von Vogelschutzgebieten. Besonders für die gefährdeten Vogelarten, auch Zugvögelarten, hat Rheinland-Pfalz erst vor wenigen Monaten weitere Schutzgebiete ausgewiesen. Auch mit der darüber hinaus stattfindenden Ausweisung von Retentionsräumen und diversen Aktivitäten zur Aufforstung wird ungemein viel für die Erhaltung des Natur- und Artenbestandes getan.“
Mainz vom 12. März 2008
Umweltministerin Margit Conrad und Naturschutzverbände:
„Wir wollen für die biologische Artenvielfalt in unserem Land werben“
Das Jahr 2008 steht im Zeichen der Biodiversität. Die Vielfalt des Lebens – Biodiversität – rückt in die Mitte der Umweltpolitik. Deutschland ist im Mai Gastgeber der 9. Internationalen Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention über die biologische Vielfalt in Bonn. Rheinland Pfalz wird bei dieser Konferenz mit ihren bis zu 5000 Delegierten aus aller Welt mitwirken. „Wir wollen auch in Rheinland-Pfalz für das Jahr der Biodiversität werben, für die Bedeutung und Werthaltigkeit unserer Natur und ihrer Vielfalt“, stellt Umweltministerin Margit Conrad fest. „Wir haben eine Verantwortung für einzigartige Kulturlandschaften und ein besonderes Artenspektrum. Vielfalt ist die Überlebensstrategie der Natur. Sie ist die Grundlage für unsere naturbezogenen Nutzungen. Sie ist Vorbild für Prozesse und Techniken und liefert wertvolle Rohstoffe.“ Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben Umweltministerin Conrad und die anerkannten Naturschutzverbände einen Überblick über geplante Aktivitäten. Die Vorstellung zusammen mit den Umweltverbänden unterstreiche die Bedeutung der Arbeit der Verbände und vieler tausend Ehrenamtlicher für Natur, Artenschutz und Kulturlandschaften, so Conrad. „Ohne sie könnten wir diese große gesellschaftliche Aufgabe nicht leisten.“
Rheinland-Pfalz verfügt über 510 Naturschutz- und 100 Landschaftsschutzgebiete. Zusammen mit den 7 Naturparken des Landes – ein 8. ist in Vorbereitung - unterliegt über die Hälfte der Landesfläche Bestandteil einer dieser Schutzkategorien. Über 19 Prozent der Landesfläche gehören zum europäischen ökologischen Netz ‚Natura 2000’ – eine Spitzenposition im bundesweiten Vergleich.
„Biodiversität erhalten heißt, unsere Lebensgrundlagen schützen“, stellte Ministerin Conrad fest. „Voraussetzung dafür ist Wissen. Wir müssen unsere Kenntnisse über die Natur, ihre Entwicklung und Anpassungsfähigkeit stetig und nachvollziehbar überprüfen und an nachfolgende Generationen weitergeben. Auch der Klimawandel, stellt für das Artenspektrum und für funktionsfähige Ökosysteme eine große Herausforderung dar. Wir müssen verstehen und Verständigung erreichen, um reagieren zu können. Auch deshalb ist uns Umweltbildung nicht nur in diesem Jahr so wichtig.“ Neben den Schulen und Bildungseinrichtungen sind es insbesondere die anerkannten Naturschutzverbände, die hier hervorragende Arbeit leisteten. „Die Arbeit mit jungen Menschen der Verbände ist vorbildlich. Kinder und Jugendliche erfahren unter qualifizierter, in der Regel ehrenamtlicher Anleitung die Natur unmittelbar. Sie lernen Pflanzen- und Tierwelt kennen und sie erfahren was zu tun ist.“ Im Jahre 2007 hat das Umweltministerium diese Arbeit der Verbände institutionell und projektbezogen allein im Bereich Naturschutz mit rund 2 Millionen Euro unterstützt (z.B. Projekt Steinbühl, halbwilde Beweidung im Mittelrheintal, Umweltzentren der Verbände). Umweltministerin Conrad: „Es ist unsere Aufgabe, Naturschutz nicht nur in ausgewiesenen Schutzgebieten zu betreiben. Auch der starr, auf einzelne, auffällige Arten gerichtete Ansatz greift zu kurz. Unser Aktionsfeld sind Lebensräume, zusammenhängende Gebiete, in denen sich eine Vielfalt der Tiere und Arten entwickeln kann. Biodiversität in die Fläche bringen, dies ist unser Ansatz „Naturschutz durch Nutzung“. „Die Biologische Vielfalt ist untrennbar mit der Bewahrung unseres Naturerbes verbunden", so der Vorsitzende der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR), Dr. Peter Keller. "Daher stellt der Erhalt und die Weiterentwicklung der europaweit bedeutenden Natura-2000 Schutzgebiete eine ganz besondere Herausforderung dar. Professionelles Gebietsmanagement, offensive Informationsarbeit und der offene, konsensorientierte Dialog mit den Landnutzern sind die Handlungsfelder, die es zu bearbeiten gilt."
Siegfried Schuch, Vorsitzender NABU Rheinland-Pfalz: „Der NABU freut sich darüber, dass die Vertragsstaatenkonferenz in Bonn zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für Fragen der Artenvielfalt und der Erhaltung unserer Arten führen. Leider wird die internationale Konferenz ihren Schwerpunkt auf (Ur-)wälder und Meere legen - zwei Bereiche, bei denen Rheinland-Pfalz nicht viel beitragen kann. Deshalb begrüßen wir die Initiative von Frau Conrad ausdrücklich, die Artenvielfalt in unserem Bundesland in den Focus zu stellen. Dies ist richtig, da auch in unserem Bundesland viele Lebensgemeinschaften bedroht sind und auch wir einen Beitrag zur Biodiversität leisten müssen. So befinden sich viele Arten der Feldflur im freien Fall und angesichts der zur Zeit stattfindenden Nutzungsintensivierung werden es Feldlerche, Goldammer und Rebhuhn bei uns schwer haben zu überleben." Dr. Erwin Manz, Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Rheinland-Pfalz verweist auf den auch in diesem Jahr vom BUND herausgegebenen umfangreichen Veranstaltungskalender, in dem ca. 150 Veranstaltungen, überwiegend Exkursionen, aufgelistet sind: „Besondere Schwerpunkte stellen am 27. April 2008 die Eröffnung des Schmetterlings-Erlebnispfades im Freilichtmuseum Bad Sobernheim und am 23. April 2008 die Einweihung des Informationspavillons auf der Dörscheider Heide (am Rheinsteig) dar. Am 14. Juni 2008 folgt als weiterer Höhepunkt die öffentliche Vorstellung des in grenzüberschreitender Zusammenarbeit erstellten Weißbuchs „Naturschutz ohne Grenzen“ in Landau. Wesentliche Arbeitsschwerpunkte des Verbandes auf dem Feld der Biodiversität beschäftigen sich mit dem Aufbau eines Biotopverbundsystems für die Wildkatze und mit der Erfassung der Biodiversität in Gewässern.“
„Der Landesjagdverband als Vertreter von rund 18.000 Jägern in Rheinland-Pfalz tritt für eine umfassende Verantwortung für Fauna und Flora und einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt ein, den seine Mitglieder selbst alljährlich mit hohem persönlichen Engagement und finanzieller Eigeninitiative dokumentieren“, sagte Erhard Zimmermann, Mitglied des LJV-Vorstandes. „Anlässlich des Aktionstages der Länder zur biologischen Vielfalt präsentieren die Jäger in Rheinland-Pfalz mit Hilfe ihrer Rollenden Waldschulen Schulklassen, Kindergruppen aber auch Erwachsenen die Vielfalt der heimischen Tierwelt und führen dabei in die ökologischen Zusammenhänge in unserer Natur ein. Damit schärfen sie das Bewusstsein für das empfindliche Gleichgewicht und die engen und differenzierten Wechselbeziehungen, denen unsere Tier- und Pflanzenwelt unterworfen ist.“
Mainz vom 05. März 2008
Umweltministerin Margit Conrad: Energieholz richtig einsetzen – Neue Broschüre informiert über effiziente Nutzung von Brennholz bis Pellets
Heizen mit Holz ist dank moderner Holzheizsysteme modern und effizient. Eine neue, kostenlose Broschüre des Umweltministeriums gibt ausführlich Auskunft, wie der nachwachsende und klimafreundliche Energieträger am besten eingesetzt wird. Das 75-Seiten-Heft „Effizient heizen mit Holz und Sonne“ versteht sich als „Ratgeber zu klima- und umweltbewusstem Handeln“. Holzenergie ist zukunftsfähiger Alternativ-Brennstoff, der nicht nur als Holzscheit, sondern auch in Form von Holzhackschnitzeln oder als Holzpellets verheizt wird – übrigens CO2-neutral, weil bei der Verbrennung nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie vorher während des Baumwachstums aufgenommen wurde.. Im waldreichen Rheinland-Pfalz steht der Rohstoff überdies vielerorts vor der Haustür und damit ohne lange Wege zur Verfügung.
„Die Nutzung von Brennholz hat bei uns Tradition“, stellt Forstministerin Margit Conrad fest, die auch für Energie zuständig ist. „Energieholz aus der Forstwirtschaft gehört in unserem Land zum Energiemix der Zukunft. Die Nachfrage danach ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Zeitgleich hat sich die Holzheiztechnik weiterentwickelt. In Zukunft wird es besonders wichtig sein, den nachwachsenden, aber begrenzt vorhandenen Rohstoff Holz richtig einzusetzen. Dabei hilft die Broschüre mit ihren vielfältigen Informationen, die auch die Nutzung der Solarwärme mit einbezieht.“
Das Info-Heft ist in 13 Kapitel eingeteilt, in denen auch praktische Fragen zur Trocknung und Lagerung von Holz, zum Holzmachen oder zu Feinstaub und Russ behandelt werden. Es gibt zahlreiche Links und weiterführende Informationen sowie eine Übersicht der rheinland-pfälzischen Forstämter.
Der Verkauf von Brennholz ist in Rheinland-Pfalz von ca. 360.000 Festmeter (2004) auf zunächst ca. 750.000 Festmeter (2006) angestiegen. Im vergangenen Jahr wurden rund 730.000 Festmeter verkauft, damit ist eine Stabilisierung auf hohem Niveau eingetreten. Holzheizungen und -öfen sind in etwa 100.000 Wohnungen im Land zu finden. Holz-Pellet-Anlagen stehen in Rheinland- Pfalz inzwischen in etwa 2500 Häusern und im vorigen Jahr wurden rund 400 Holzhackschnitzel-Heizanlagen im Land gezählt.
Conrad: „Brennholz ist eine beachtliche Erwerbsgrundlage im ländlichen Raum. Der forstliche Verkaufswert des Brennholzes belief sich 2007 auf ca. 19 Millionen Euro.“ (2004: ca. 6 Millionen Euro) 700.000 Festmeter ersetzten bei einem angenommenen mittleren Wirkungsgrad von 50 Prozent etwa 100 Millionen Liter Heizöl, das einen Wert von 75 Millionen Euro besitzt.
Die Umweltministerin weist darauf hin, dass es auch bei der Nutzung von Brennholz zuerst darum gehen muss, Energie zu sparen. „Wer sein Haus saniert oder neu baut, sollte innovative Techniken zum Energiesparen und auch erneuerbare Energien einsetzen.“ Die effizienteste Art mit Holz zu heizen ist die Holz-Sonne-Kopplung. Solar-Thermie stellt Wärme bereit und der Spitzenbedarf wird über Pufferspeicher und mit Holz komfortabel abgedeckt. Die Broschüre geht auch auf diese Fragen ein und gibt z.B. nützliche Hinweise, wenn die Heizung modernisiert werden muss.
Die Broschüre „Effizient heizen mit Holz und Sonne“ gibt es kostenlos in Forstämtern und –revieren und in forstlichen Einrichtungen wie dem Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz. Ein Download ist möglich auf...[ www.mufv.rlp.de ] Die Broschüre kann beim Umweltministerium gegen Einsendung eines Rückumschlages (Porto 1,45 Euro) bestellt werden bei karin.klink@mfv.rlp.de oder Telefon 06131-164468.
Mainz vom 22. Februar 2008
Energie
Umweltministerin Margit Conrad: „Mit dem Null-Fossil-Haus bauen wir für die Zukunft“
Das "Null-Fossil-Haus" soll spätestens ab 2020 Standard beim Neubau sein. Rheinland-Pfalz unterstützt nachdrücklich dieses ambitionierte Ziel der Bundesregierung. In einer Veranstaltung in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin stellte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad die Voraussetzungen vor. Eingeladen hatte sie als Referenten Professor Wolfgang Schreiber vom Institut für nachhaltiges Bauen und Sanieren der Fachhochschule Kaiserslautern und Dr. Dirk Funhoff von der BASF AG, die neue Konzepte und Technologien präsentierten.
Nach einer Studie von McKinsey im Auftrag des Bundes der deutschen Industrie (BDI) könnten allein im Gebäudesektor 58 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, wenn bei Neubau und Sanierung konsequent alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung, der Energieeffizienz und dem Einsatz Erneuerbarer Energien angewandt würden.
„Mit den Anreizen einer verbesserten Förderkulisse verknüpfen wir die Erwartung, dass auch im Gebäudebestand der Einsatz der Erneuerbaren Energien zunimmt“, so Umweltministerin Conrad. Allerdings blieben Hürden, dies zeigten die bisherigen Erfahrungen. Für wirtschaftlich weniger Leistungsfähige, dies gelte auch für viele Familien und ältere Menschen, seien die höheren Investitionen nicht einfach zu stemmen. „Hier muss es eine effektive und differenzierte Förderung für alle Bevölkerungsgruppen – im übrigen auch für Hauseigentümer und Mieter - geben“, forderte Umweltministerin Conrad.
Strom ist seit 2000 um 46 Prozent teurer geworden, Heizöl um 70 Prozent, der Gaspreis hat sich verdoppelt. Die jährliche Energierechnung eines Drei-Personen-Haushalts ist seit 2000 von etwa 1300 Euro auf 2200 Euro gestiegen. Die Steigerung der Energiekosten sei für viele Menschen eine große Belastung, so Conrad. „Die beste Energie ist deshalb gerade bei Gebäuden die gesparte Energie, denn sie muss nicht erst importiert werden. Und sie schafft Arbeitsplätze, denn zunächst muss investiert werden.“
Auch die Industrie brauche wegen der Langfristigkeit von Investitionen Klarheit über künftige Anforderungen der Energieeinsparverordnung. „Die von der KfW definierten Anforderungen an den Gebäudeenergie-Standard - ergänzt um Passiv- und Energiegewinngebäude - eignen sich hervorragend zur Festlegung der Schritte, die zum Ziel eines Null-Fossil-Gebäudes bis 2020 führen“, so Conrad.
42 Prozent der CO2-Emissionen kommen aus dem Stromverbrauch der Gebäude. Deshalb müsse zusätzlich die konsequente Einführung eines Toprunner-Modells für Stromeffizienz betrieben werden. Diese Vorgabe sei im EU-Klimapaket übrigens nicht vorhanden, kritisierte Conrad.
Das Land ist Vorbild und unterstützt Spitzenstandards. Additiv zu den attraktiven Förderprogrammen des Bundes hat Rheinland-Pfalz ein Landesprogramm mit einem Volumen von 2 Millionen Euro aufgelegt, um die Markteinführung von Passiv- und Energiegewinnhäusern zu forcieren.
Conrad: „Wir unterstützen damit auch die Spitzenstandards für energieoptimiertes Bauen. 500 bis 600 Passiv- oder Energiegewinnhäuser können mit einer attraktiven Förderung realisiert werden. Wir wollen die Markteinführung der Technologien und die Entwicklung von Know How für dieses anspruchsvolle Bauen beschleunigen.“
Aus den Vorträgen des Abends wurde deutlich, dass in den verschiedensten Gebäuden bereits heute der Passiv- bzw. Energiegewinn-Standard umgesetzt werden kann. In Rheinland-Pfalz wurden neben Wohn- und Mietshäusern auch Büro-, Hochschul- und Verwaltungsgebäude bereits in diesem zukunftsweisenden Standard realisiert.
Es geht darum, den Technologietransfer zu fördern und zu organisieren. Moderne Gebäude erzeugen mehr Energie als sie verbrauchen.Der Bau von Energiegewinngebäuden, Passivhäusern sowie die energetische Sanierung von Altbauten stelle komplexe Anforderungen an Ingenieure, Architekten und die ausführenden Handwerker. Es gehe um neue Technologien, die die Realisierung einfacher und billiger machen.
Mainz vom 22. Februar 2008
Energie und Klimaschutz
Conrad: „Brennstoffzelle ist ein Meilenstein auf dem Weg ins Effizienzland Rheinland-Pfalz“
Umweltministerin Margit Conrad lobt die Entwicklung der „ersten rheinland-pfälzischen Brennstoffzelle“ in Zusammenarbeit von Fachhochschule und Wirtschaft. Anlässlich des 5. Brennstoffzellenforums wurde eine Brennstoffzellenentwicklung „Made in Rheinland-Pfalz“ auf Propangasbasis vorgestellt. Ministerin Conrad hob die enge Zusammenarbeit von Fachhochschule und mittelständischen Unternehmen bei der Entwicklung der Brennstoffzelle hervor, die mit Förderung des Landes entwickelt worden sei. „Hier zeigt sich“, so die Ministerin, „dass unser Weg der Gründung eines ‚Kompetenznetzwerkes Brennstoffzelle’ richtig war.“
Wasserstoff als Energieträger sowie der Brennstoffzelle als Effizienztechnologie kommen eine zunehmende Bedeutung zu angesichts des notwendigen Umstiegs von Fossilenergien zu CO2-armen und ressourceneffizienten Energietechnologien. Es habe in den letzten Jahren immer wieder Verzögerungen in der Entwicklung der Brennstoffzelle gegeben. Lebensdauer oder Kostendegression seien nach wie vor Herausforderungen. Dennoch sei sie zuversichtlich, so Conrad weiter, dass die Brennstoffzelle gerade wegen ihrer Flexibilität für Brennstoffe, der niedrigen Schadstoffemissionen und der breiten Einsatzmöglichkeiten vom Computer über Fahrzeuge bis zu Energieerzeugung, vom Milliwatt bis zum Megawatt, eine vielversprechende Technologie sei.
Der Weg, der beim Brennstoffzellenforum vorgestellt worden sei, nämlich die Kombination der Brennstoffzelle mit Speichertechnologie, sei ein Konzept, das einen Beitrag dazu leisten kann, Wirkungsgrade im System zu verbessern und auch regenerativ erzeugten Wasserstoff besser in Verbindung mit Brennstoffzellen zur Anwendung zu bringen, so die Ministerin. Deshalb begrüße sie die Absicht, zusätzlich zu den Technologiefeldern Wasserstoff und Brennstoffzelle die Batterietechnik zum Forschungsgegenstand zu machen.
Mainz vom 12. Februar 2008
Maximini: Die Arbeit der Enquete-Kommission „Klimawandel“ wird nicht in CDU-Pressemeldungen gemacht
Zur heutigen Pressemeldung der CDU zur Enquete-Kommission „Klimawandel“ bemerkt der Kommissions-Obmann der SPD-Landtagsfraktion, Alfons Maximini, MdL: „Ich finde das Vorgehen der CDU nicht angemessen, denn es vermittelt den Eindruck, dass man an einer angemessenen Diskussion im eigentlich dafür vorgesehenen Gremium nicht wirklich interessiert ist. Die CDU scheint vergessen zu haben, dass die Enquete-Kommission noch ein ordentliches Arbeitspensum vor sich hat. Wie kann es vor diesem Hintergrund sein, dass man nach erst zwei inhaltlichen Sitzungen in Pressemitteilungen über Forderungen berichten kann? Das ist ein bemerkenswerter neuer Stil, wie er so bisher bei Enquete-Kommissionen nicht praktiziert wurde.“
„Ich hätte mich gefreut, wenn die CDU ihre Kenntnisse und Forderungen in einer der Sitzungen der Kommission vorgebracht hätte, so wie es dem Stil einer Enquete-Kommission entspräche. Es wäre schade, wenn sich im weiteren Verlauf der Arbeit der jetzige Eindruck festigen würde, dass die Enquete-Kommission von der CDU lediglich als Vehikel für öffentlichkeitswirksame Mitteilungen genutzt wird und dadurch ihre inhaltliche Mitarbeit im maßgeblichen Gremium leiden würde“, so Maximini.
Maximini: “Der rheinland-pfälzische Landtag hat einstimmig die Enquete-Kommission beschlossen und ihr einen verantwortungsvollen Aufgabenkatalog mit auf den Weg gegeben. Dieser sollte zu allererst einmal abgearbeitet werden, bevor frühzeitig Forderungen in Pressemeldungen geäußert werden. Das Parlament kann mit Recht eine gute, sachliche und für das Land zukunftsweisende Arbeit erwarten.“
Verbraucherschutz
Umweltministerin Conrad: „Immer mehr Menschen nutzen kostenlose Energieberatung der Verbraucherzentrale“ – Landesförderung ermöglicht Ausbau des Infomationsangebotes.
Das Interesse an der Energieberatung der Verbraucherzentrale wächst kontinuierlich. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der kostenlosen Beratungsgespräche um 11 Prozent von 4.007 (2006) auf 4.450 (2007). Umweltministerin Margit Conrad erhöht in diesem Jahr den Landeszuschuss für diese Serviceleistung um rund ein Drittel: 2008 erhält die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz für ihre Energieberatung 84.250 Euro (2007: 62.250 Euro) und das Angebot für die Bürgerinnen und Bürger wird ausgeweitet. Insgesamt unterstützt die Landesregierung die Verbraucherzentrale mit rund 1,62 Millionen Euro; die Mittel für alle Beratungsleistungen wurden für dieses Jahr um 4 Prozent angehoben. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr über 13.500 Anfragen zum Thema „Energie“ bei der Verbraucherzentrale.
„Die Energieberatung der Verbraucherzentrale findet landesweit statt, ist unabhängig und von hoher Qualität“, stellt Umweltministerin Conrad fest, „damit sind die besten Voraussetzungen für alle, die sie nutzen, gegeben. Das Land stellt durch die Förderung die kostenfreie Erstberatung bei der Verbraucherzentrale sicher. Es ist uns wichtig, möglichst viele Verbraucherinnen und Verbraucher zu erreichen. Am Anfang jeder Investition sollte immer eine qualifizierte Beratung stehen. Energiesparen, Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien sind unsere Antworten auf hohe Energierechnungen. Die Menschen brauchen Alternativen zu den steigenden Energiekosten, das ist von großer sozialer Bedeutung.“
Strom ist seit 2000 um 46 Prozent
teurer geworden, Heizöl um 70 Prozent, der Gaspreis hat sich
verdoppelt. Die jährliche Energierechnung eines Drei-Personen-Haushalts
ist seit 2000 von etwa 1300 Euro auf 2200 Euro gestiegen. Die
Steigerung der Energiekosten um 75 Euro pro Monat sei für viele
Menschen eine große Belastung, so Conrad.
„Wir freuen uns über
die Anerkennung unserer Arbeit“, so Ulrike von der Lühe,
geschäftsführender Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
„Dass es einen riesigen Bedarf an unabhängiger Beratung gibt, zeigt
sich an der kontinuierlich gestiegenen Nachfrage der letzten Jahre.
Dank der erhöhten finanziellen Mittel kann die Verbraucherzentrale ihr
Informations- und Beratungsangebot in 2008 weiter ausbauen. Sie leistet
dadurch einen wesentlichen Beitrag zu einem effizienteren Umgang mit
Energie und dadurch auch zum Klimaschutz.“ Für 2008 rechnet die
Verbraucherzentrale mit rund 5.000 Beratungen.
Persönliche Beratung: Nach telefonischer Terminvereinbarung kann sich jede und jeder mit allen Fragen zu Energieverbrauch und Möglichkeiten der Einsparung an die Beraterinnen und Berater wenden.
Telefonberatung: Es besteht weiterhin die Möglichkeit sich 20 Stunden in der Woche telefonisch zum Energiesparen beraten zu lassen und dabei die kostengünstige Tefefonnummer 01805/60756020 [ 14 Cent/Minute –Telekom; aus den Mobilfunknetzen gelten die Tarife des jeweiligen Anbieters ].
Montag, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr; Dienstag 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr ; Donnerstag 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr; Fax:06131/2848-13
Internet:
Alle Informationen zum Beratungsangebot finden Sie auf der
Internetseite www.energieberatung-rlp.de oder über die Seiten den
Energieeinspakampage [ www.unserEner.de ]
Die
Energieberatung findet derzeit an 44 Standorten statt. 2007 wurden mit
Unterstützung des Umweltministeriums als neue Beratungsstützpunkte Bad
Hönningen, Neuwied und Daaden hinzugewonnen. Mitte Februar kommt
Morbach neu hinzu. Gespräche über die Eröffnung von weiteren
Beratungsstellen 2008 finden statt. Conrad: „Mit geplanten knapp 50
Beratungsstellen bedeutet das flächendeckende Beratungsangebot der
Verbraucherzentrale kurze Wege für die Bürgerinnen und Bürger.“
Neue Angebote
Seminare für Hausbesitzer und Bauherren, die Neubauten planen werden 2008 erstmals auch von der Verbraucherzentrale landesweit organisiert. Dort gibt es Informationen zur energetischen Sanierung und zum Bau von Energiespar– und Passivhäusern.
Die schriftliche Spezialberatung zu Photovoltaik-Anlagen wird ab April 2008 neu angeboten. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten kostenfrei umfangreiche und herstellerunabhängige Informationen, die auf ihre individuelle Situation eingehen. Ein Energieberater bearbeitet die Anfragen.
Baustein der Energiesparkampagne „Unser Ener macht mit“
Die Gebäude sind in Rheinland-Pfalz für 41 Prozent des Endenergieverbrauches und 34 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich.
Die Beratungen der Verbraucherzentrale ergänzen das Informationsangebot der Energiesparkampagne des Umweltministeriums „Unser Ener macht mit – Unsere beste Energie ist gesparte Energie“. Weitere Bausteine der Kampagne [ www.unserEner.de ] sind die Beraterplattform und ein Förderatlas im Internet. Auf Veranstaltungen, bei Aktionstagen, zusammen mit Partnern wird für das Energiesparen in Gebäuden geworben. Ein Partnernetzwerk, in dem neben der Verbraucherzentrale insbesondere das Handwerk, die Architekten und die Ingenieure, die Wohnungswirtschaft und die Wissenschaft sowie die Effizienzoffensive oder die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz vertreten sind, unterstützt die Kampagne.
Energieberatungsstellen der Verbraucherzentrale
54411 Hermeskeil
Bürgertreff
Langer Markt 17
Tel.: 06503/8090
Fr. 13.00 – 16.00 Uhr
[ jeden 2. + 4. Freitag im Monat ]
Mainz vom 23. Januar 2008
EU-Richtlinie „Erneuerbare Energien“
Beck: Deutsches Gesetz Vorbild für europäische Energiepolitik
Ministerpräsident Kurt Beck und Umweltministerin Margit Conrad zeigten sich erleichtert über den heute von der EU-Kommission in Brüssel vorgelegten Richtlinienentwurf zur Förderung erneuerbarer Energien. Das erfolgreiche deutsche Einspeisesystem auf Basis des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes“ (EEG) bleibe damit gesichert. „Unser EEG ist europaweit und international Vorbild und Grundlage vieler Einspeiseregelungen. Wer in Europa bei den erneuerbaren Energien auf einen ähnlichen Ausbaueffekt wie bei uns setzt, darf dieses Erfolgsmodell nicht gefährden“, so Beck.
„Wir haben uns für das jetzt vorliegende Ergebnis stark eingesetzt. Die Ziele des EU-Energie- und Klimapaketes sind ambitioniert. Ihre Umsetzung erfolgt mit Augenmaß und der gebotenen Flexibilität“, sagte Conrad.
So gibt der aktuelle Entwurf aus Brüssel den nationalen Förderinstrumenten den Vorrang vor einer europaweiten Quote mit Zertifikatehandel. In den vergangenen Monaten hatte die EU-Kommission Pläne diskutiert, eine EU-weite Quotenregelung mit einem Zertifikatehandel einzuführen. „Ein Weg, der den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien grundlegend gefährdet und insbesondere für die boomende Solarbranche zur Existenzbedrohung werden kann“, hatte Kurt Beck daraufhin Ende 2007 in einem persönlichen Schreiben an EU-Industriekommissar Günther Verheugen gewarnt. Auch führende Vertreter der Branche hatten bereits das Aus für das Einspeisesystem befürchtet und in Folge damit einen Markteinbruch beim Ausbau der regenerativen Energien.
Für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsident bildet das EEG die Grundlage für die erfolgreiche Marktentwicklung bei den regenerativen Energien. „Der Einspeisetarif gibt Unternehmen und Investoren Planungssicherheit und fördert eine dynamische Innovations- und Technologieentwicklung, die in ganz Europa greifen kann“, stellt Beck fest. Vor allem in Deutschland und Spanien hatte das Einspeisesystem nach EEG-Muster zu einem Ausbauboom bei den erneuerbaren Energien geführt.
Europaweites Ziel ist ein verpflichtender Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergiemix der EU von 20 Prozent bis zum Jahr 2020. Darauf hatten sich im Frühjahr 2007 die Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten geeinigt.
Mainz vom 16. Januar 2008
Ehrung: Beck und Conrad von Handwerksverband ausgezeichnet
Ministerpräsident Kurt Beck und Margit Conrad, Ministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, wurden in Mainz von Landesinnungsmeister Daniel Löw mit der „Goldenen Ehrennadel mit Brillanten des Fachverbandes Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik Rheinland-Rheinhessen“ ausgezeichnet. Die erstmals verliehene Ehrung würdigt die Bemühungen der Landesregierung im Bereich des Klimaschutzes und das persönliche Engagement der Preisträger. „Der Fachverband ist uns immer ein kompetenter Partner, wenn es darum geht, Strategien für den Klimaschutz zu entwickeln. Zusammen mit Margit Conrad freue ich mich über diese Auszeichnung. Sie bestärkt uns in unserer Arbeit und bescheinigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Ministerpräsident Kurt Beck bei der Überreichung.
In der Begründung des Fachverbandes wurde darauf verwiesen, dass kein anderes Bundesland eine vergleichbar nachhaltige Politik in den Bereichen Mittelstand und Umweltschutz verfolge wie Rheinland-Pfalz. Dies sei einer engen Verzahnung von Energiepolitik und Wirtschaft zu verdanken. Die Landesregierung, so der Fachverband, habe früh die Bedeutung des Themas „Regenerative Energien“ erkannt und auf dieser Grundlage eine ökologisch und wirtschaftlich tragfähige Landespolitik gestaltet. Sie setze sich in besonderer Weise durch die effiziente und sparsame Energiegewinnung und durch Nutzung erneuerbarer Energien für den Klimaschutz ein.
Beck und Conrad betonten: „In den letzten Jahren konnten wichtige Projekte auf den Weg gebracht werden. Das Energiesparen in den Gebäuden zum Beispiel ist ein großes Thema, über das die Energiesparkampagne ’Unser Ener macht mit’ landesweit informiert. Im Rahmen der Aktion ist ein Netzwerk entstanden, in dem auch das Handwerk eine wichtige Rolle spielt, um die Menschen fachkundig zu beraten. Energieeinsparung, Energieeffizienz und der Einsatz der Erneuerbaren Energien sind die Elemente unseres Klimaschutzprogramms, zu dem auch vielfältige Fördermöglichkeiten gehören. Davon hat auch das Handwerk profitiert und neue Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen.
Mainz vom 05. Dezember 2007
Mohr/Maximini: Klimaschutzbericht der Landesregierung als Datengrundlage nutzen - Schwerpunkte bei Anpassungsstrategien setzen
"Der Klimaschutzbericht der Landesregierung ist als Datengrundlage für die weitere Arbeit der Enquete-Kommission "Klimawandel" gut geeignet. Der Bericht macht deutlich, wo man noch politische und inhaltliche Schwerpunkte setzen muss und an welchen Stellen die Notwendigkeiten für einen weiteren Erkenntnisgewinn liegen", stellt Margit Mohr, Vorsitzende der Enquete-Kommission "Klimawandel", fest.
"Wir werden in der Enquete-Kommission "Klimawandel" den Klimaschutzbericht auswerten. Die SPD-Landtagsfraktion wird deshalb den Antrag stellen, dass die Landesregierung über dessen Inhalte in der Enquete-Kommission ausführlich berichten wird. Wir wollen sicherstellen, dass alle Mitglieder und alle Experten der Enquete-Kommission den gleichen Kenntnisstand bezüglich des Berichts haben", betont Alfons Maximini, Obmann der SPD-Landtagsfraktion in der Enquete-Kommission "Klimawandel".
Mainz vom 29. November 2007
Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz
Wärme aus erneuerbaren Energien
Margit Conrad: Nutzung von Holz und Sonne noch interessanter
Im Marktanreizprogramm der Bundesregierung gibt es seit kurzem höhere Förderungen für Solarthermieanlagen und emissionsarme Holzfeuerungsanlagen.Umweltministerin Margit Conrad: „Die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereichist ein schlafender Riese. Das Potential ist sehr groß und die Zuwachsraten bei der Nutzung sind bisher nur gering. Zusätzliche Anreize zur Steigerung der Effektivität der Anlagen und zur Luftreinhaltung setzten die richtigen Zeichen.“
Nachdem bereits im August die Förderung von Solarthermieanlagen deutlich verbessert wurde, gibt es nun eine zusätzliche Förderung von 750 Euro, wenn zusätzlich zur Installation einer Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung ein neuer Öl- oder Gas-Brennwertkessel eingebaut wird. Bei einer Kollektorfläche von zehn Quadratmetern beträgt in diesem Fall der Zuschuss 1800 Euro.
Mit einer Innovationsprämie von 750 Euro werden solche Holz-Heizkessel (zum Beispiel Holzpelletkessel) gefördert, die mit einem Brennwertwärmetauscher oder einer Feinstaubreinigung ausgerüstet sind. Neben einer deutlichen Reduzierung des Feinstaubausstoßes können diese neuen Heizkessel zumeist auch einen höheren Wirkungsgrad gegenüber herkömmlichen Anlagen erreichen.
Der Bundesrat hat im Juni einem Entschließungsantrag aus Rheinland-Pfalz zugestimmt, der von der Bundesregierung eine verlässliche Förderung als Anreiz für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereich fordert. Rheinland-Pfalz setzt sich weiterhin für eine rasche Umsetzung einer Nutzungsverpflichtung für erneuerbare Energien beim Neubau und der Sanierung von Gebäuden ein.
Im Rahmen der
Energiesparkampagne „UnserEner macht mit – Die beste Energie ist
gesparte Energie“ gibt es weitere Informationen im Internet unter
[ www.unserEner.de ], beim Umweltministerium [ www.mufv.rlp.de ] sowie bei der Effizienz Offensive Energie Rheinland-Pfalz (EOR) [ www.eor.de ].
Mainz vom 21. November 2007
Mohr: Erstes industrielles Geothermie-Kraftwerk in Landau - Eine Energieform mit Zukunft in Rheinland-Pfalz
„Mit der Inbetriebnahme des ersten industriellen Erdwärme-Kraftwerks in Deutschland ist Rheinland-Pfalz in der Nutzung der Geothermie als einer zukunftsweisenden Energieform einen beeindruckenden Weg gegangen. Dass nun in Landau mit der industriellen Nutzung dieser Energieressource begonnen werden kann, darauf können alle Beteiligten zu Recht stolz sein“, so Margit Mohr, wirtschafts- und energiepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzende der Enquete-Kommission „Klimawandel“ des Landtags.
Die Erzeugung von Energie und Wärme mit der in Landau angewendeten Methode sei sehr sauber, unabhängig von Öl und könne so bei der Einsparung von CO2 helfen, so Mohr. “Die Erdwärme steht uns als Energieressource rund um die Uhr zur Verfügung. Unsere Region kann geothermisch besonders gut genutzt werden. An vielen Orten im Oberrheingraben steigt die Wärme viel höher als im restlichen Deutschland. Mit etwas Geduld und weiterer Forschung kann sich die Geothermie einen zentralen Platz als saubere und sichere Energieform in einem nachhaltigen Energiemix der Zukunft sichern.“
Erneuerbare Energien Internationale Geothermietagung in Mainz - Umweltministerin Margit Conrad: „Steigende Energiepreise machen Geothermie immer interessanter“ mehr unter...[ www.mufv.rlp.de ]
Zu
einer Internationalen Tagung zum Thema Geothermie kamen Experten aus
aller Welt nach Mainz. Rund 100 Gäste u.a. aus Australien, Neuseeland,
den USA, Japan, Russland, Eritrea, Malawi, Mexiko sowie einigen
europäischen Ländern berichteten über den Stand von Forschung und
Entwicklung bezüglich der Nutzung dieser Energiequelle für die Wärme-
und Stromerzeugung.
Zum Auftakt des „First European Geothermal
Review“ stellte Umweltministerin Margit Conrad Rheinland-Pfalz als
Referenzregion der Geothermie in Deutschland vor.
„Der Energiemix der Zukunft muss sowohl eine sichere Energieversorgung garantieren, als auch zur Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase beitragen“, so die Ministerin. In dem regenerativen Energiemix sei die Geothermie ein wichtiger Baustein. „Geothermie hat eine hohe Versorgungssicherheit. Die hohen Energiepreise machen die Tiefengeothermie immer interssanter.“ Rheinland-Pfalz habe aufgrund der geologischen Gegebenheiten vor allem im rheinland-pfälzischen Oberrheingraben innerhalb Deutschlands besonders günstige Voraussetzungen: „Rheinland-Pfalz ist als Referenzregion prädestiniert, eine führende Rolle bei der weiteren Entwicklung der Geothermie zu übernehmen. Mit unternehmerischem Mut, dem ersten industriellen Geothermiekraftwerk in Landau und mit wissenschaftlicher Kompetenz hat unser Land die Chance, wichtige Impulse zur Entwicklung dieser zukunftsträchtigen Energieform zu geben,“ betonte Umweltministerin Conrad.
Aktuell stehe nach Conrads Worten in Landau die Inbetriebnahme des ersten industriellen Geothermiekraftwerks kurz bevor: „Damit wird ein Meilenstein der geothermischen Stromerzeugung in der Bundesrepublik Deutschland gesetzt“. Neben dem Kraftwerk in Landau gibt es eine ganze Reihe von weiteren geothermischen Projekten in Rheinland-Pfalz. „Zurzeit wird im Auftrag meines Hauses ein Geothermieatlas erstellt, der Auskunft über die geothermischen Ressourcen in der Tiefe gibt. Beim geologischen Landesdienst wurde - ebenfalls auf unsere Initiative - eine Stabsstelle für Geothemie eingerichtet. Beide Maßnahmen werden den Zugang zu qualifizierten geologischen Daten erleichtern und damit die Standortsuche für neue Geothermieprojekte unterstützen“, so Ministerin Conrad. Dies alles unterstreiche den Anspruch von Rheinland-Pfalz, bei der Entwicklung der Geothermienutzung eine Vorreiterrolle einzunehmen und mit seinen natürlichen Voraussetzungen und dem Stand der technischen Erschließung sich als Referenzregion für Geothermie zu behaupten.
Die Geothermie habe in Ergänzung zu den anderen Erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne und Biomasse entscheidende Vorteile. „Erdwärme ist annähernd unerschöpflich. Der im Untergrund befindliche Wärmevorrat übersteigt den menschlichen Bedarf um ein Vielfaches. Erdwärme ist eine heimische Energieressource. Weder kommt sie aus politisch instabilen Regionen noch muss sie über weite Strecken mit hohem Kostenaufwand herantransportiert werden.“ Und: „Erdwärme steht unabhängig von Wetter und Jahreszeit bereit und kann Strom und Wärme emissionsfrei und ohne zeitliche Einschränkung bereitstellen. Sie kann daher mithelfen, die Schwankungen in der Verfügbarkeit bei anderen Energieträgern auszugleichen.“
Überdies bestünde auch bei der Geothemie die Erwartung, dass ihre industrielle Nutzung wichtige Zusatzeffekte für Wachstum und Beschäftigung auch auf den Exportmärkten eröffnet, genau so wie dies heute bereits bei deutschen Wind- und Photovoltaikindustrien der Fall sei. Die Erneuerbaren Energien haben sich, so Conrad, zu einem Jobmotor in Deutschland entwickelt. Seit 2004 sei die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich Erneuerbare Energien bundesweit von 157.000 auf über 230.000 gestiegen. Branchenexperten gingen für 2020 von bis zu 500.000 Beschäftigten aus.
„Wir können heute davon ausgehen, dass die Geothermie für die Bedürfnisse und Ansprüche der modernen Energieversorgung alsbald stärker nutzbar werden wird. In den letzten Jahren wurden hierzu beachtliche Fortschritte erzielt.“
Rheinland-Pfalz unterstütze auch, so Conrad, die Pläne der Bundesregierung, die Vergütung für Strom aus Geothermie im Zuge der bevorstehenden EEG-Novelle anzuheben.
TERMINE
08. März 2010
Kreisausschuss
Trier
10. März 2010
Arbeitskreis
Umwelt, Forsten, Verbraucher
Mainz
11. März 2010
Medienausschuss
Mainz
11. März 2010
SPD Kreistagsfraktion
Trier
13. März 2010
„Im tiefsten Kriesengrunde“
Kabarett anlässlich des internationalen Frauentages
Kenn
15. März 2010
SPD Ortsverein Konz
Vorstandssitzung
Kloster Karthaus
17. März 2010
SPD Landtagsfraktion
Mainz
17. März 2010
Plenarsitzung
Mainz
18. März 2010
Plenarsitzung
Mainz