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TeilenEnergieversorgung mit erneuerbaren Energien.
Trier-Saarburg. Ohne Not hat die schwarz-gelbe Bundesregierung den Energiekonsens mit der Energiewirtschaft, den achtzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland mitgetragen haben, aufgekündigt. Die Atomkraftwerke bis 2023 am Netz zu halten war ein Ziel, auf den sich die Menschen sowie auch die Energieunternehmen in Deutschland eingestellt hatten. Die skrupellose Klientelpolitik von CDU und FDP wurde bereits kurz nach der Bundestagswahl mit der Mehrwertsteuersenkung für Hotelbetriebe deutlich. Unverantwortlich ist die beschlossene Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke bis zum Jahre 2040, damit werden auch die Risiken dieser Kraftwerke verlängert und die Profite der vier größten Stromversorger in Deutschland maximiert. „ Keine Sorge“, meint der SPD-Landtagsabgeordnete aus Konz, Alfons Maximini, „dadurch wird keine Kilowattstunde preislich gesenkt. Die SPD-Landesregierung mit Kurt Beck setzt auf die erneuerbaren Energien. „ Hierbei gelten die vier „e“ so Maximini, „erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energieeinsparung und Eigenstromerzeugung. Für die Region Trier besteht ein riesiges Potential an Windkraftnutzung. Die Ausweitung von Vorranggebieten durch die Regionale Planungsgemeinschaft steht an erster Stelle, so Maximini, parallel dazu gilt es, das Repowering der vorhandenen WKA zu betreiben. Dabei muss nicht eine größere Anzahl von Windkraftanlagen die Folge sein, sondern durch den Austausch leistungsschwacher durch leistungsstärkere Windkraftanlagen kann die Stromernte bzw. –erzeugung wesentlich gesteigert werden ohne die Anlagenzahl zu erhöhen. Selbst der Abbau von kleineren Windmühlen führt dazu, das Landschaftsbild nicht zusätzlich zu beeinträchtigen. Die Pachteinnahmen für die Grundbesitzer, z.B. auch Kommunen, wird gesteigert werden können und trägt dazu bei, dass die Ortsgemeinden nicht nur noch Pflichtaufgaben mit ihren Haushalten bewältigen können. Durch die Neuausweisung von Vorrangflächen wird das Gefälle von Gemeinden „erster und zweiter Klasse“ korrigiert. Die Landesregierung mit Kurt Beck hat das Ziel die Eigenstromerzeugung die heute bereits bei über 50 % liegt auf über 80 Prozent zu steigern. „Aufgabe des nächsten Jahrzehnts ist es, dass wir die erneuerbaren Energien zu einer sicheren Energieversorgung machen. Dazu gehören auch kleine dezentrale Kraftwärme-Kopplungsanlagen, die auf der Basis von erneuerbaren Energieträgern oder fossilen Energieressourcen betrieben werden. Im aktuellen Ländervergleich für Erneuerbare Energien hat sich Rheinland-Pfalz auf den achten Platz verbessert, so MdL Maximini, „ da ist aber noch jede Menge Luft nach oben drin“.
„Das Geld des Dorfes dem Dorfe“
35 Bürgerinnen und Bürger diskutieren Perspektiven erneuerbarer Energien im Hochwald
Am vergangenen Samstag organisierte die Arbeitsgemeinschaft der SPD in der Verbandsgemeinde Hermeskeil zusammen mit MdL Alfons Maximini (SPD) eine politische Diskussion über die Perspektiven erneuerbarer Energien im Hochwald. Als Gastredner begrüßte Giselind Roßmann, die Vorsitzende der SPD VG-AG aus Reinsfeld, Prof. Dr. Karl Keilen vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium sowie Prof. Dr. Bernd Hamm vom Oikos Institut. Gastgeber war Bürgermeister Manfred Köhl in Beuren, der mit Prof. Hamm als Projektleiter das Modellvorhaben "Energiedorf Beuren“ ins Leben gerufen hat.

Prof. Keilen begann seinen sehr fundierten und überzeugenden Vortrag mit dem Friedrich-Wilhelm Raiffeisen zugeschriebenen Zitat „Das Geld des Dorfes dem Dorfe“ und verwies auf die Notwendigkeiten, aber auch Chancen, regionale Energieautonomie anzustreben und damit regionale Wirtschaftskreisläufe zu schaffen. Erneuerbare Energien sind nicht mehr marginal; der Zeitpunkt, an dem erneuerbare Energien insgesamt die gleiche Strommenge erzeugen, die bislang atomar erzeugt wird, ist bereits 2013 erreicht und die Potentiale, den Energiebedarf zu 100% mit erneuerbaren Energien zu decken, sind gegeben. Regional gilt es, so Prof. Keilen, das Energiekonzept ”100% plus” zu verfolgen; in der Region Trier sind bereits jetzt ca. 80% regionale Energiebedarfsdeckung greifbar, mehr als 100% aber mit Sicherheit erreichbar.
Ein weiterer Ausbau gerade der Wachstumstreiber Windenergie und Photovoltaik ist entsprechend folgerichtig und forciert anzugehen, auch und gerade in den Verbandsgemeinden Hermeskeil und Kell.
Dass sich die Anlagen rechnen und die EEG Umlage bis 2020 auf Null sinken wird, macht den Strom für Verbraucher attraktiv. Dass über Pachteinnahmen und Einspeisevergütungen das Ziel kommunaler Entschuldung greifbar wird, steigert den Nutzwert von Windkraft und Photovoltaik entsprechend.
Umso verständlicher ist es, dass die Bürgermeister und kommunalen Räte im Hochwald mit z.T. hoher Emotionalität die Entscheidung der regionalen Planungsgemeinschaft Trier vom Dezember 2010 bewerten. Für den neuen Regionalplan wird danach zunächst grundsätzlich an den bisherigen Vorranggebieten für die Windenergienutzung und dem bisherigen Planungskonzept mit unveränderten Positiv- und Negativ-(Ausschluss-)Kriterien aus der gegenwärtig noch verbindlichen Teilfortschreibung festgehalten.
Das führt in den Hochwaldgemeinden mindestens zu einer zeitlichen Verzögerung. „Besser wäre es gewesen“ - so der SPD-Landtagsabgeordnete Alfons Maximini - „man hätte über Neuausweisungen bzw. Erweiterungen von Vorranggebieten den Gemeinden Planungsperspektiven geboten.“ Es ist jedoch schon jetzt bis Ende 2013 möglich, für den neuen Regionalplan neue Standorte anzuregen, die einer erneuten Prüfung und Abwägung unterzogen werden.
Alle Podiumsteilnehmer bekräftigten den Rat der Experten Prof. Keilen und Prof. Hamm, bereits jetzt die Überarbeitung der Flächennutzungspläne vorzubereiten. Die Planungsgemeinschaft empfiehlt ebenfalls, zur Verfahrensbeschleunigung für den neuen Regionalplan bereits jetzt neue Standortvorschläge auszuarbeiten und sie gegenüber der Planungsgemeinschaft „als vorgezogene Anregung zum neuen Regionalplan vorzutragen“. – Die Geschäftsstelle werde „dann prüfen, ob und inwieweit diese Vorschläge als neue Vorranggebiete für die Windenergienutzung bereits in die Entwurfserarbeitung des neuen Regionalplans eingehen können. Damit würden die neuen Standorte bereits Gegenstand der ersten Anhörung zum Regionalplan“.
(Giselind Roßmann)