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Gleicher Lohn für Frauen und Männer

„Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern liegt in Deutschland noch immer bei 23 Prozent. In Rheinland-Pfalz liegt der durchschnittliche geschlechtsspezifische Lohnunterschied bei 21,6 Prozent. Die Lohnunterschiede sind ein wesentlicher Indikator bestehender gesellschaftlicher Ungleichbehandlungen von Frauen im Erwerbsleben. Dabei treten die Probleme, mit denen Frauen im Beruf nach wie vor konfrontiert sind, hervor: Das begrenzte Berufswahlspektrum der Mädchen und jungen Frauen, Hindernisse auf dem Karriereweg, bestehende Rollenverständnisse, die Schwierigkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren und die damit einhergehenden Hürden beim beruflichen Wiedereinstieg nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung. Vor diesem Hintergrund bleibt unsere Forderung bestehen: Chancengleichheit im Erwerbsleben bedeutet gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“, so die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ingeborg Sahler-Fesel.

Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern - international auch Gender Pay Gap genannt - ist definiert als prozentualer Unterschied des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes von Frauen und Männern. Der morgige Aktionstag markiert den Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern als Zeitraum und verfolgt das Ziel, den Dialog zum Thema Entgeltgleichheit zu fördern. Alle Akteure der Wirtschaft, Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und die breite Öffentlichkeit sollen auf dieses Thema aufmerksam gemacht werden.

Sahler-Fesel: „Dieser Aktionstag macht einmal mehr deutlich, dass bei der Gleichstellung von Frauen im Erwerbsleben noch Handlungsbedarf besteht. Alle gesellschaftlichen Akteure sind aufgerufen, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, um Frauen und Männern gleiche Chancen zu eröffnen. Wir müssen mit vereinten Kräften daran arbeiten, die Lohnschere zu schließen.“


Zum Internationalen Frauentag 2011 erklärt die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), Dr. Agnes Allroggen-Bedel:

„Auch nach 100 Jahren ist der Internationale Frauentag mehr als ein historisches Datum. Die damals erhobenen Forderungen sind leider noch immer aktuell. Um den Frieden in der Welt, eines der zentralen Anliegen des Internationalen Frauentags, steht es schlecht, wie die Nachrichten tagtäglich zeigen. Das Frauenwahlrecht ist zwar fast überall verwirklicht, in den meisten Parlamenten und Regierungen sind Frauen trotzdem nur eine Minderheit. Und von einer gerechten Entlohnung kann auch in Deutschland nicht die Rede sein: 68 Prozent aller Niedriglöhner sind Frauen, von den weiblichen Vollzeitkräften sind 33 Prozent Geringverdienerinnen, und von den Minijobbern, Leiharbeitern, Menschen mit einer kleinen Teilzeitstelle oder einem befristeten Vertrag sind 74 Prozent Frauen.

Was dagegen unternommen werden müsste, ist klar: ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn, ein Gesetz zur Entgeltgerechtigkeit, die Umwandlung von „Minijobs“ in sozialversicherte Teilzeitstellen, und schließlich ein Gesetz für die Gleichstellung in der Privatwirtschaft. Wie die Beschlüsse des Deutschen Frauenrats zeigen, gibt es für all diese Maßnahmen eine breite gesellschaftliche Basis. Trotzdem weigert sich die schwarz-gelbe Bundesregierung beharrlich, aktiv zu werden. Nach zehn Jahren erfolgloser freiwilliger Vereinbarungen wäre ein Gesetz für die Gleichstellung in der Privatwirtschaft überfällig. Nochmals an den guten Willen der Unternehmen zu appellieren, ist entweder naiv oder zynisch.

Wieder einmal zeigt sich: eine Frau an der Spitze garantiert noch keine Politik für Frauen. Diese Erfahrung sollte Rheinland-Pfalz erspart bleiben. Am 27. März geht es daher auch darum, die erfolgreiche Gleichstellungspolitik auf Landesebene fortzusetzen.“

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Kurt Beck
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